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Kurzbeschreibung

[Mit einem Nachwort von Daniela Strigl]


… Etwas von der angestrebten Leichtigkeit des Seins ist in den „Traktaten des Windes“ aufgehoben. Der Wind, der bald als zügellos zudringlicher Zephir angesprochen wird, bald als verdrossener Aeolus, erweist sich als kongenialer Schirmherr der Poesie, beweglich, flüchtig und spielerisch, elementar und machtvoll: „nimm mich als leeres blatt für / deine überschießenden traktate“, fordert das Ich in „SAVANNE“. Wer seine Verse als „Traktate des Windes“ deklariert, der bekennt sich zur Vorläufigkeit aller Erkenntnisse, zu einer Kunst, die niemandem Vorschriften macht …

(Daniela Strigl)



Rezensionen
Sebastian Fasthuber: Dine Petrik, „Traktate des Windes“

Bei Dine Petrik ist schon die Prosa poetisch, wie sie mit der Kindheitsgeschichte „Stahlrosen zur Nacht“ bewies. Der Band „Traktate des Windes“ zeigt die Wiener Autorin nun als Lyrikerin, die viele Tonlagen, Stimmungen und auch Zwischentöne beherrscht. Sie hat den Band sorgsam komponiert und in die Abschnitte „Klage“, „Getöse“ und „Flucht“ geteilt. Auf schmalem Raum finden Zartes, Elegisches und Hartes Platz.

Als Motto dient ein Zitat des russischen Anarchisten Daniil Charms: „Gedichte schreiben muß man so, / daß, wenn man das Gedicht ans Fenster wirft, / das Glas zu Bruch geht.“ Ganz löst Petrik diesen Anspruch nicht ein, ihre Texte dürfen auch einmal einfach nur schön sein. Dem Buchtitel, der auf die Flüchtigkeit von Worten verweist, entsprechend weht einem aus diesen Gedichten etwas angenehm Leichtes entgegen: „Hier geht es mehr als lässig zu / trägheit hängt in der Luft ohne Grund.“

(Sebastian Fasthuber, Rezension im Falter #28/19 vom 12. Juli 2019, S. 27)


https://shop.falter.at/detail/9783990288290


Petra Ganglbauer: Dine Petrik, „Traktate des Windes“

Ein souveräner Flow, der jedoch gestaltungsweisend starke Rhythmisierungen enthält, Tönungen, Retardierungen und somit Musikalität.

Wie stets bei Dine Petrik, handelt es sich auch in diesem Lyrikband um avancierte, hervorragende Literatur, die zwar aus einer großen Disziplin heraus gemacht ist, jedoch darüber hinaus wie ein lyrischer Tanz anmutet.

„Unbändig spricht sich gegend an“ – ebenso unbändig, kraftvoll, bewegt, unabänderlich, wie von einem Fatum angetrieben, geben sich diese Gedichte.

Wie funkelnde Komplementärwörter muten die meist englisch gehaltenen Kursivstellen an, sie katapultieren das Gesagte vehement ins Jetzt, auch wenn „Traktate des Windes“ klassisch klingt.

Ein Tanz der Poesie, ein schwerer Tanz mithin – ein Flirren und Schimmern, das Gewicht hat.

Unvergleichlich.

Das kompetente Nachwort von Daniela Strigl erweitert den Zugang zur Dichterin und ihrer Sprachkunst.

(Rezension: Petra Ganglbauer)