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Alois Neuhold – Innergärten und Trotzdemblüten

Verstreute Blütenblätter aus dem Gartenbuch eines verlorenen Paradieses

Alois Neuhold, Johannes Rauchenberger

ISBN: 978-3-99028-983-9
29 x 23,5 cm, 112 Seiten, zahlr. farb. Abb., Hardcover
€ 29,00
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Kurzbeschreibung

[Diese Publikation erscheint anlässlich der Ausstellung Alois Neuhold. INNERGÄRTEN UND TROTZDEMBLÜTEN. Verstreute Blütenblätter aus dem Gartenbuch eines verlorenen Paradieses im KULTUM Graz. Zentrum für Gegenwart, Kunst und Religion vom 15. Mai 2020 bis 10. Oktober 2020.
Johannes Rauchenberger (Hrsg.).]


„Blumenbilder wollte ich malen, gelandet bin ich im Paradies. Ein Textkobold hat mich gezwickt, darüber auch noch Worte zu verlieren. Der Versuch, über das Paradies etwas in Worte zu fassen, ist ein Unterfangen, an dem man eigentlich nur scheitern kann. Zudem kommt man dabei in Teufels Küche. Doch der Hafer hat mich gestochen, ein Rotkehlchen hat gerufen…“, sagt Alois Neuhold vorweg in seinem, von zahlreichen Blumen und Farbkobolden bevölkerten Atelier in der Südsteiermark, das zudem von einem wildwuchernden Garten umgeben ist. Und in einem, über in einem Zeitraum von zwei Jahren entstandenen Text, den er für diese Ausstellung und diesen Katalog verfasst hat: „Verstreute Blütenblätter aus dem Gartenbuch eines verlorenen Paradieses“.

„Innergärten und Trotzdemblüten“ aus der Hand eines sensiblen Endzeitpropheten, wie gegossen in die derzeitige Situation der Corona-Zeit. Aufgebaut in der Shutdown-Phase um die Ostertage ist diese lang vorbereitete Ausstellung zu einem Gegenbild geworden, wie man sie sich nicht besser denken könnte: Kunst als Anspruch von Präsenz, von Energie, von Klarsicht und von Verheißung jenseits von Besucherströmen, Verschluss- oder Museumsöffnungsdebatten dieser Tage.Angesichts von „Bechern und Krügen des Elends, die täglich über- und überschwappen“, angesichts von „Gräuelaltären“ und „weit offener Höllentore“, angesichts der „großteils verwüsteten Gärten der Schöpfung“ und angesichts gefühlter Apokalypse im Sozialen wie im Weltklima selbst versucht Neuhold etwas schier Unmögliches: Die Hoffnung auf das Paradies zu wahren. Er malte und formte dazu über einen Zeitraum von Jahren viele und abermals viele kleine Bilder, die über einen langen Aufbauzeitraum innerhalb der Corona-Schließzeit sensibel und kraftvoll arrangiert wurden.

Neuholds Sinn für rituelles Wiederholen verlangt ihm seit über drei Jahrzehnten eine strenge Maldisziplin ab. Neu in seinem Werk sind die Blumen, die als Bilder und kleine Skulpturen entstanden sind. Mehr und mehr wurde daraus ein Nachdenken über das Paradies – doch es ist keine vordergründig naive Malerei.

Das wiederholte, oft abstrahierte Motiv und dessen stetes Vertiefen, Aufspüren und geduldiges Entstehenlassen haben auch etwas Rituelles aber vor allem auch Demütiges an sich. Und Priesterliches, auf das der Künstler im Ernstfall besteht.