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Kurzbeschreibung

[Mit Wort-Bildern von Martin Breindl]


Es gäbe in der frühen isländischen Literatur keine Landschaftsbeschreibung, konstatiert Karin Mack, die seit ihren zwei ausführlichen Island-Reisen eine Kennerin des Schrifttums dieser größten Vulkaninsel der Erde geworden ist. […] Jeder Isländer kann die Texte aus den Urzeiten seiner Heimat bis heute lesen, wächst mit den Inhalten der Helden-, und Schöpfungsmythen der Edda auf. […] Dennoch ist – abgesehen vom einzigen Literaturnobelpreisträger Halldór Laxness – die isländische Literatur außerhalb der Insel kaum bekannt und wenig übersetzt, vor allem die mit komplexen Bildern arbeitende Lyrik sträubt sich geradezu gegen die Übertragung in andere Sprachen.

Karin Mack arbeitet nun an dem Versuch, diesem Land das Beschreibbare zu gewinnen. Keine Landschaftsbeschreibung, keine Reiseerzählung, keine Dokumentation einer Erkundung, sondern Bildräume lässt sie entstehen, die Fehlstellen ebenso ausmachen wie Charakteristisches, Übersehenes ebenso aufnehmen wie Bekanntes, Nebensächlichem Platz bieten wie Bedeutsamem. […]

Mit „Wolkenschatten / Dichterlicht“ folgt sie ihrem System der Bildpaare und Tableaus, wie auch ihrer Vorgangsweise der Gestaltung von Assoziationsräumen. Das Thema der Island-Erkundung und der Kondensierung ihres umfangreichen Bilderfundus in die Form eines Buches führten jedoch zu einer Adaption der Bildersprache in Karin Macks Werk: wie ein breit angelegter Film in vielen Kadern und Schnittfolgen zu einem Ganzen wird, so fügt sich Macks Bilderbeute aus Island zu einem Bildraum, in dem eine Fotografie die andere ergänzt und zu einem Kontinuum zusammenführt. […]

Das Land, das Karin Mack mit ihren fotografischen Beobachtungen beschreibt, ist ein Land, das im Erfahren der Natur währt und dauert. Die Fotografin unternimmt den Versuch, diesem Land ein Bilderdokument zu widmen, in dem jenseits des Beschreibbaren eine subtile Erzählung entsteht. Langsam lichten sich die Nebel, eisig schimmert das glasklare Meer, die Menschen hier kehren immer wieder zurück.

(Margit Zuckriegl im Vorwort)