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Kurzbeschreibung

Ute Streitt, Gerhard A. Stadler, Elisabeth Schiller (Hg.)
[Studien zur Kulturgeschichte von Oberösterreich ; Folge 35]


Am 27. Februar 2016 erfolgte die Sperre der Linzer Eisenbahnbrücke für den gesamten Verkehr. Wenige Tage später verkündete der Lärm einer Asphaltfräsmaschine auf der Brückenfahrbahn den Beginn der Demolierungsarbeiten. Das Datum markiert das Ende eines bedeutenden Denkmals der europäischen Verkehrsgeschichte. Errichtet am Ende des 19. Jahrhunderts als technisches Meisterwerk der Verbindungsbahn zwischen dem Kopfbahnhof der Mühlkreisbahn und dem Schienennetz der Staatsbahnen, als ein Symbol des Triumphs des Eisenbahnzeitalters und der Ingenieursbaukunst, zerstört am Beginn des 21. Jahrhunderts aus wirtschaftlichem Interesse, als ein Akt der Unkultur in einer Stadt, der man vor einigen Jahren den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ verlieht. Warum nur?


Rezensionen
Ute Streitt:

In den Studien zur Kulturgeschichte in Oberösterreich erschien Ende Juli 2016 eine weitere Folge der Reihe, die der Linzer Eisenbahnbrücke (1900 bis 2016) gewidmet ist. Einst unter Denkmalschutz gestellt, sollte dieser Bau trotz zahlloser Bemühungen für den Erhalt, fallen. Der Studienband dient daher als eine Art Nachruf. Die Herausgeber hoffen, dass mit diesem Werk ähnlich gebaute Industriedenkmale – und nicht nur der Eiffelturm von Paris als wohl Bekanntestes – erhalten werden können, da sich zahllose Experten mit historischen Stählen, deren Schweißbarkeit, der Vernietung und anderen Problematiken auseinandersetzten. Neben diesen technischen Themen sind die Baugeschichte, die Kulturgeschichte und kleinere Histörchen rund um die Brücke im Studienband enthalten, die das Buch zu einem kurzweiligen Leseerlebnis werden lassen. Leider ist es den Herausgebern, trotz intensiver Bemühungen, nicht geglückt die Abrissbefürworter zur Mitarbeit am Studienband zu bewegen und die Thematik damit abzurunden. […]

(Ute Streitt in: Kulturbericht Oberösterreich. Monatschrift der Oö. Kultur, September 2016, S. 20)