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Kurzbeschreibung

[Abb. Umschl.: © Sonia Lorenzi]

„Ilse!“ Ilse ist ein kurzer Name. Deshalb konnte er ihn noch rufen, denn Katharina wäre für die letzten kostbaren Sekunden zu langatmig gewesen. So aber reichte die Zeit, um seine Hände zu ergreifen und ihn ans Ufer zu ziehen. Ilse brachte ihre Liebe ins Trockene.
Die Empörung der Meute war inzwischen verflogen. Fröstelnd schlüpften die Menschen in ihre Kleider. Es hatte wieder zu regnen begonnen. Scheinbar verlassen wirkten die Bretter. Das Holz aber schien zu pulsieren. Darunter regte es sich, Fühler prüften sorgfältig, ob das Unbekannte endlich verschwunden sei. Nur das große Insekt ruhte geborgen in seiner Ritze und verdaute friedlich.
Benommen hauchte die Frau: „Schau, wie großartig es regnet.“
„Still“, flüsterte der Mann. „Sprich nicht vom Regen!“
Alles Wissen in seinen Augen.
Alle Liebe auf ihrem Mund.
Ilse wurde endgültig zu Katharina.
Das hätte jener Händler mit dem absurden Vornamen Kasimir sehen sollen! Im Grunde seines Wesens träumte auch er von Wundern oder einer Liebe – andererseits tröstete ihn der Gedanke, dass in einem wohldosierten Maß an Herzenskälte seine Geschäftstüchtigkeit läge.
Eine andere freilich hatte alles beobachtet. Heiter kräuselten sich die Wellen und ihre Lippen, wenn sie neugierig den Kopf aus dem Wasser streckte und beinahe vergaß, sich zu verstecken. Außerdem wäre sie diesmal gern entdeckt worden. Sie holte tief Atem – schließlich war sie kein Fisch – und tauchte.