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Anton Wichtl – „Ich weiß noch weder Bild und Titel …“

[Werke aus den Landessammlungen Niederösterreich]

Anton Wichtl, Wolfgang Krug , Jutta M. Pichler

ISBN: 978-3-99028-943-3
25 x 30,5 cm, 256 S., zahlr. Abb.: vierf., Hardcover
€ 34,00
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Kurzbeschreibung

[Hrsg. von Wolfgang Krug & Jutta M. Pichler für das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Abteilung Kunst und Kultur. Mit Beiträgen von Jutta M. Pichler, Wolfgang Krug, Helmut Neundlinger & Andrea Jünger]

„Es ist ein erregendes Gefühl vor einem leeren Blatt zu sitzen, das man am Arbeitstisch vor sich hat,
ohne zu wissen oder zu planen, was darauf gezeichnet, gemalt oder geschrieben werden wird.
Nur der Antrieb zu einer Bedeckung ist da, der aber unabweisbar.
In solcher Situation befinde ich mich oft. Auch jetzt.“



Anton Wichtl (1920–1979) gehört jener „verlorenen Generation“ österreichischer Kunstschaffender an, deren Lebensdrama allein schon durch den Jahrgang ihrer Geburt festgeschrieben und vorgegeben war. In voller Blüte wurden sie aus Familie, Ausbildung oder Studium gerissen und daran gehindert, ihr Talent voll zur Ausprägung zu bringen. Anton Wichtl „diente“ all die Jahre des als tausendjährig propagierten Reiches, von 1938 bis 1945, er wurde verwundet, von den Ereignissen „gezeichnet“, doch er überlebte und trat wieder in ein ziviles Leben ein. Mit dem Wunsch, einst einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten, absolvierte Wichtl nicht seinen Neigungen gemäß das Studium der Kunst, sondern jenes der Architektur – ein verhängnisvoller Fehler, wie sich bald herausstellen sollte. Bauherrenwünsche, behördliche Vorschriften und ökonomische Fragen bestimmten den Berufsalltag, in dem ein Künstler wie Wichtl, dem die dafür nötige „dicke Haut“ fehlte, einfach scheitern musste. Beschäftigt in Baubüros und schließlich als selbständiger Architekt wurde er im Räderwerk der Zwänge und der Bürokratie regelrecht aufgerieben. Es galt eine Änderung seiner Situation herbeizuführen oder vollends „vor die Hunde“ zu gehen. Mitte der 1960er Jahre sattelte er schließlich ganz auf die bildende Kunst um, die er stets schon nebenbei betrieben hatte. In den etwa 15 Schaffensjahren, die Wichtl bis zu seinem frühen Tod verblieben, entstand ein beeindruckendes, hunderte Gemälde und abertausende Zeichnungen umfassendes Œuvre. Zwar wurde es schon zu seinen Lebzeiten durch Ankäufe etwa der Albertina und des Niederösterreichischen Landesmuseums gewürdigt, große Anerkennung und Bekanntheit über die Grenzen seiner Heimatgemeinde Baden bei Wien hinaus blieben ihm jedoch versagt. Zurückgezogen lebend und an der Gesellschaft kaum und mehr widerwillig teilnehmend, führte Wichtl eine Existenz im Schatten. Auch nicht bereit für „Schattensprünge“, blieb ihm weiter nichts, als mit dem Zustand zu hadern und daraus Energie für sein gewaltiges und kraftvolles bildnerisches und literarisches Schaffen zu ziehen. (…)

(Wolfgang Krug & Jutta M. Pichler in der Vorbemerkung)