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Kamp und Zwettl

Die Bernsteinflüsse : Großer Kamp · Kleiner Kamp · Purzelkamp · Mühlkamp · Zwettlfluss

Gerhard Trumler, Mella Waldstein

ISBN: 978-3-99028-501-5
24 x 29 cm, 192 S., zahlr. farb. Abb., Hardcover m. Schutzumschl.
€ 48,00
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Kurzbeschreibung

[Photographie: Gerhard Trumler. Text: Mella Waldstein]

Der Kamp ist ein Verführer. Lockt dich wie eine Wassernymphe und zieht dich mit. Du willst an seinen Ufern entlang gehen, deine Gedanken schickst du mit dem Wasserlauf auf Reisen. Ein Fluss formt die Landschaft. Er wird ein treuer Begleiter durch das Land. Du fühlst die Sonnenglut der Feldwege und die Nebelfeuchte der Morgendämmerung, den frischen Wind, der den Himmel trogerblau fegt und die Kälte, die nachts vom Himmel fällt; erlebst die Nachmittagsverlassenheit eines Waldviertler Ortes ebenso wie den Einfallsreichtum der Menschen; siehst das verhaltene Barock auf Bürgerhäusern ebenso wie romanische und gotische Architektur von Klöstern und Kirchen.

All das und noch viel mehr, das Zufällige und das Geplante zeigt sich entlang der Flüsse. Im Besonderen entlang des Kamps. Der Kamp durchfließt das Waldviertel in seiner ganzen Vielfalt. Er ist zwar kein gebürtiger Waldviertler, aber ein Fluss, der das Waldviertel in seiner gesamten Landschaftsvielfalt durchfließt und prägt: in einem weiten Bogen von oben bis unten.



Rezensionen
Gregor Auenhammer: Verflüssigte Verführung

Perfid in die Irre führt uns der Chronist des langsam Entschwindenden, des In-Vergessenheit-Geratenden, wenn er sein jüngst publiziertes Werk schlicht Kamp und Zwettl nennt. Exakter gibt der poetische Untertitel Aufschluss über das Gezeigte: Als Bernsteinflüsse bezeichnet Gerhard Trumler die Gewässer seiner Wahlheimat, des Waldviertels. Gut die Hälfte des Jahres verlebt der vor knapp 82 Jahren in Wien geborene, stets im Unruhestand befindliche Fotokünstler zwischen Wackelsteinen und Märchenwäldern im Grenzland. Maître Trumler wäre nicht er selbst, würde er nicht Preziosen verstecken, als wären diese – selbstverständlich und unausweichlich – immer schon Teil des Dargestellten. Deshalb beinhaltet der opulente Band nebst Stromschnellen, Sandbänken, Flauten, Ufern und Wellentälern der dokumentierten Flüsse auch das gesamte Umland – qua „Einschlüssen“ aus Harz, Honig und Bernstein.

Vom Hundertsten ins Tausendste gerät der bildgewaltige Erzähler – und fügt das große Ganze zu einer sanft beginnenden, dann aufbrausenden und in einem Furioso kulminierenden Symphonie. In Dur und Moll. Schlendert man also blätternd durch das knackende Unterholz der Ufergebiete, den raschelnden Blätterwald, vernimmt man beinahe den fiebrigen Klang von Smetanas Moldau oder Händels Wassermusik. Barocke Pracht wechselt denn auch mit dem Erdverbundenen, karge Landschaft mit pittoresker Schönheit des Verfallenden. Ermahnung zum Innehalten. Geheimnisvoll. Memento mori. „Pssst!“

(Gregor Auenhammer, Rezension im Standard-Album vom 5. Oktober 2019, S. A7)


Peter Pisa: Im Waldviertel purzelt es

Der Kamp muss ein großer Verführer sein. Sonst könnte der Fluss nicht zu einen so schönen Text inspirieren, in dem er durch Wiesen und Wälder springt wie ein übermütiges Kind. Ein Teil heißt ja auch Purzelkamp. „Kamp“ bedeutet krumm. Und erst die Fotos! Gemälde aus Wasser. Stein, aus Bäumen und Schlamm, manchmal nebelig, manchmal eisig. Dass Schauspielerin Erni Mangold dort im Gasthaus zum Goldenen Hirschen sitzt, stellt man sich gern dazu vor.

(P.P., Rezension im Kurier vom 20. Oktober 2019, S. 38)