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Kurzbeschreibung

[Mit einem Geleitw. von Jiří Gruša.]


Wie tief sind die Spuren, die der Eiserne Vorhand im Grenzland zwischen Österreich und Tschechien hinterlassen hat? Hat der Kalte Krieg das Verhältnis der Völker geprägt? Oder sind es ältere Beziehungsmuster, die die gegenseitige Wahrnehmung vor allem bestimmen?

Diesen Fragen gingen die Historiker Muriel Blaive und Berthold Molden in den Städten Gmünd im nördlichen Niederösterreich und Ceske Velenice in Südböhmen nach. Auf Basis von je ca. 35 Oral History-Interviews und intensiven Archivrecherchen werden die Freundschaften und Vorurteile, die historischen Erinnerungen und Zukunftserwartungen an der Grenze analysiert: vom Habsburgerreich über die Gründung der Tschechoslowakei und ihre spätere Okkupation durch das Dritte Reich, den Holocaust, die Vertreibung der Deutschen und Österreicher aus Böhmen nach 1945, das Leben in zwei grundverschiedenen Gesellschaften während des Kalten Krieges bis zur EU-Integration nach 1989.

Während etwa in Gmünd die Realität des Kalten Krieges als „Leben am Ende der (freien) Welt“ in Erinnerung blieb, war sie in Ceske Velenice vor allem von der allgegenwärtigen Kontrolle des kommunistischen Zentralstaats geprägt. Der Band bietet damit eine exemplarische Bestandsaufnahme politischer Identitäten in Mitteleuropa 20 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges.