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Kurzbeschreibung

[Mit Zeichnungen von Solmaz Farhang, Preisträgerin Joseph Binder Award 2018, Auszeichnung in der Kategorie Buchillustration, (>)]


Herr Pomeranz war ein unauffälliger Mann, nicht zu groß und nicht zu klein, nicht zu dünn und nicht zu dick. Er war weder alt noch jung und hatte keine besonderen Eigenschaften, nicht einmal eine Glatze. Wer ihn sah, vergaß ihn gleich wieder.

Herr Pomeranz wohnte allein in einem Haus außerhalb der Stadt. An seinem Gartentor endete die Buslinie B. Niemand fuhr so weit aus der Stadt hinaus wie er. Und niemand stieg hier ein, außer Herrn Pomeranz.

Alles, was er am Morgen sagte, war »Guten Morgen!« zum Buslenker, und am Abend sagte er »Guten Abend!«, ebenfalls zum Buslenker. Natürlich nur an Werktagen, samstags und sonntags fuhr er nicht mit dem Bus.

Seit vielen Jahren arbeitete er in einem Lagerhaus. Er führte Buch über alle Ein- und Ausgänge. Früher hatte er mit Stiften auf breiten, weißen Bögen in schmalen Spalten geschrieben, heute tippte er die Buchstaben und Zahlen in den Computer ein. Das ging schneller.

Herr Pomeranz machte keinen Fehler, er war gewissenhaft und genau. Der Chef war sehr zufrieden mit Herrn Pomeranz. Bis auf eine Kleinigkeit.

Und hier beginnt unsere Geschichte. Die Geschichte, wie Herr Pomeranz lachen lernt. Denn das war das Einzige, was einem auffiel, wenn man diesen Mann kannte: Er lachte nie. Herr Pomeranz trat eines Morgens aus dem Haus, sperrte die Tür zu und stieg die drei Stufen hinunter auf den Gartenweg.

Unterm Arm trug er eine Aktentasche, die keine Akten enthielt, sondern seine Sonnenbrille, seinen Knirps und seine Jause: den Vormittagsapfel und die Nachmittagsbirne.