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Kurzbeschreibung

C’est la vie!

Jugend trotzig erlitten
nachfolgende Scheinjugend
krampfhaft gestreckt
im Nu zweiundsiebzig geworden
happy birthday alter Narr
Ich
Retrospektive einer Vita
in selbstgefälliger Unrast
in feinem Tuch meist
nagende Selbstzweifel
dreißig Jahre in Alkohol ertränkt
sonstiger Drogenkonsum null
Junkie sein nein nein nein
beim Flug mit den Varanasi Schamanen
alleiniger Absturz
in den Narzisstenhain des Saturn
das Kamasutra daselbst
nur fragmentarisch gelesen
neuerdings täglich
eine Bio Ode dem welken Organismus
Frühstücksmüsli mit Ginsengwurzel
ansonsten alter Scheißer
wirds eng
geblieben ist bloß das Ignorieren
von
Denkanleitungen
Denkvorschriften
Denkbefehlen
bedenklich und erniedrigend
stimmt allerdings die aktuelle
Erkenntnis der Gehirnforschung:
es gibt keinen freien Willen
individuelle Entscheidungsfreiheit
ist eine Schimäre
ergo ist also c‘est la vie!
das einzig unanfechtbare Traktat
und sonst hast Du verdammtes Ich
den Kniefall vor Frauen
insbesonders der einen
erst seit 2008 geübt
doch kommt der leider
einem missglückten Bocksprung gleich
und schon nimmt das private Psychodrama
seinen zerstörerischen Lauf
winselnd in Selbstanklage
Ich … Mich
du armseliger Kretin
du ehemals kokette Ratte
du elende Drecksau
du neidischer Kleinbürger
du erbärmlicher Hosenscheißer
du von einstigen
und gegenwärtigen Niederlagen
unaufhörlich gefoltertes Arschloch
also avanti uomo
die Loserflagge gehisst
und dem Wind überlassen
doch alte wie neue Ängste
winken mit bleiernen Schleiern
und die noch verbleibende Zeit
heilt nicht deine Wunden
nein nein sie vergrößert sie
und ist deren infamer Bewahrer
eine Ohnmachtshölle
die Gedanken an morgen und übermorgen
das physische Unvermögen
für wenigstens noch einen
den letzten Fick quasi
ist die Geißel
jedes nicht von Alzheimer
befallenen Greises