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Salinen-Geschichte Oberösterreichs und benachbarte alpenländische Salinen ; Bde. 1 & 2 im Schuber

mit Zeichnungen und Grubenkarten

Anton Dicklberger, Thomas Nussbaumer

ISBN: 978-3-99028-791-0
Bd. 1 & Bd. 2 im Schuber
€ 98,00
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Kurzbeschreibung

Bd. 1: 24 x 17 cm, 656 S., Hardcover, Halbleinen m. Lesebändchen + 1 Tabellenmappe (Kt.) + 1 DVD
& Bd. 2: 24 x 17 cm, 670 S., m. Abb., Hardcover, Halbleinen m. Lesebändchen
im Schuber.
Einzelbde. auch seperat erhältlich, siehe > Bd. 1, s. > Bd. 2]


Den Grundstein für die Erstellung von österreichischen Salinengeschichten legte das diesbezügliche Anraten des Erzherzogs Karl an seinen Bruder Kaiser Franz, welcher im Jahre 1802 von sämtlichen Staatsgütern eine historische Beschreibung einforderte. Dieses vorliegende transkribierte Werk wurde nach einem Antrag an die hochlöbliche Hofkammer in Münz und Bergwesen mit Resolution deto 5ten August 1813 Nm 9899 genehmigt, von Anton Dicklberger erstellt und am 31. März 1817 abgeschlossen.

Anton Dicklberger wurde im Jahre 1780 geboren, war mit Gattin Walpurga verheiratet und wohnte bis zu seinem Lebensende in Bad Ischl. Wegen der Fortsetzung der Schürfungen nach Porzellanerde wurde er 1807 als Praktikant nach Engelhartszell gesandt. Schon im Jahre 1808 war Dicklberger als erfolgreicher und umsichtiger Markscheider im Kohlenbergbau Wolfsegg tätig. Als Mann von eisernem Fleiße, gründlichem Wissen und reicher Erfahrung wurde er bereits 1808 zum Bergmeister am Ischler Salzberg berufen. In seiner Amtszeit unterrichtete er ohne besondere Entschädigung fünf Zöglinge (Bergschüler). Die Hofkammer wählte Dicklberger als bergmännischen Sachverständigen zur Schätzung des gräflich Bathyanischen Steinkohlen- und Alaunwerkes zu Freudenstein und entsandte ihn auch nach Boskowitz in Mähren (heutige Slowakei) zur Begutachtung des gräflichen Dietrichstein-Proskauschen Alaunwerkes. Dicklberger arbeitete jahrelang an seiner umfassenden Geschichte des oberösterreichischen Salinenwesens und hat sich dadurch ein bleibendes und ehrendes Denkmal gesetzt. Um ihm mehr Zeit für die geschichtliche Ausarbeitung zu geben, enthob ihn das Verwesamt von der wöchentlichen Lohnzahlung. Am 15. April 1817 konnte er das zweibändige Werk dem Salzamt vorlegen. Für sein verdienstvolles Wirken wurde ihm von der Hofkammer als allerhöchste Auszeichnung die mittlere goldene Zivilmedaille mit dem Öhr verliehen und in dankbarer Anerkennung seiner mühevollen Arbeit für die Erstellung der Salinengeschichte Oberösterreichs ein Ehrengeschenk von 50 Dukaten überreicht. Mit zunehmendem Alter wurde er kränklich, nahm 1836 einen einjährigen Erholungsurlaub, kehrte von diesem nicht mehr in den Dienst zurück und trat 1838 in den Ruhestand. Schon 1840 ist er verstorben. Seine trauernde Witwe ließ auf seinem Grab ein Monument mit lateinischer Inschrift aufstellen. Die in der Salinenhauptbibliothek befindliche Unterlage dazu enthält eine Übersetzung ins Deutsche mit folgendem Wortlaut: „Hier ruht der ehrenwerte Herr Antonius Dicklberger, kaiserlich-königlicher Bergmeister der Ischler Salinen, best verdient und ausgezeichnet, der im 61. Lebensjahre am 22. Okt. 1840 fromm im Herrn entschlafen ist. Er ruhe in Frieden.“

Zu Ehren des verdienstvollen Bergmeisters hat das Stadtamt Bad Ischl mit Gemeinderatsbeschluss vom 8. Juli 2010 in der Ortschaft Eck (NW von Perneck) die Straße, die von von der Obereckstraße Richtung NO abzweigt, als „Antonius-Dicklberger-Straße“ bezeichnet. Bis heute sind leider keine Informationen über ein Porträt oder eine Büste bekannt.

Nach Fertigstellung der Salinengeschichte ersuchte Dicklberger den Chorherrn und Pfarrer von St. Florian, Franz Kurz, sein Werk Korrektur zu lesen. Kurz war zu dieser Zeit in der Erstellung von Geschichtsschreibungen sehr bewandert und nahm diese Arbeit gerne an. Durch die vermerkten Korrekturen und Änderungen, welche höchstwahrscheinlich vom Pfarrer Kurz stammen, wird bestätigt, dass es sich bei den Exemplaren Nr. 38 und 398 des Oö. Landesarchivs um die Original-Manuskripte handelt. Zur besseren und übersichtlicheren Lesbarkeit wurden diese Anmerkungen nicht eigens ausgezeichnet. Wenn durch die Korrekturen Wörter eingefügt wurden, ist die Zeile in der Transkription länger als im Original. Damit jedoch der Zeilenumbruch nicht verändert wird, wird die Zeile am rechten Rand nach unten versetzt weitergeführt. Einige in späterer Zeit von fachkundigen Salinenbeamten am Textrand des Originales angeführten Vermerke wurden in dieser Transkription nicht erfasst. Im Sinne authentischer Darstellung und Wiedergabe der damals üblichen Schreibweise und Schreibart wurden bei dieser Transkription bewusst keine wesentlichen Änderungen durchgeführt. Kleinere, unwesentliche Eingriffe zur besseren Lesbarkeit verändern in keinem Fall die Wort- bzw. Sinnwiedergabe. Da die Schreibweise von Wörtern, Namen und Bezeichnungen teils gegenüber den Originalen abweicht, empfiehlt es sich, für weitere Forschungen auch die Originaldokumente oder Urkunden zu verwenden. Bei den im Band 2 vorhandenen Urkunden handelt es sich um Abschriften aus dem Original. Es können daher Unterschiede zu den Originalen bestehen, welche jedoch den Inhalt des Dokumentes nicht ändern. Zur vorteilhafteren Handhabung der in den Originalen beigehefteten 12 Tabellen (Band 1, 2.-12. Tabelle, Band 2, 1. Tabelle) werden diese in einem separaten Mappe beigelegt.

Nachdem diese vermutlich erstmalige umfassende Erfassung der oberösterreichischen Salinengeschichte bei der Bevölkerung im 19. Jahrhundert großes Interesse fand, wurden mehrere Abschriften in Kurz- und/oder Langfassungen als Manuskripte erstellt, welche sich in verschiedenen Archiven und Museen befinden.

Die Darstellung der älteren Geschichte (Frühgeschichte, Altertum) entspricht den zu dieser Zeit (1817) zugänglichen Unterlagen und gängigen Annahmen, welche dem heutigen Forschungsstand nicht entsprechen. Die Bewertung der archäologischen und prähistorischen Funde (z.B. Mann im Salz) ist also um die heutigen Erkenntnisse zu ergänzen.

Thomas Nussbaumer in der Einleitung