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Kurzbeschreibung

Der Valerie Kirchheiser geht es nicht gut: Mein Gott, diese Vergesslichkeit! Und die Langsamkeit gepaart mit der Ungeschicklichkeit des Körpers. Außerdem kann sie Traum und Wirklichkeit nicht immer unterscheiden.

Demzufolge ist sie selten zufrieden mit sich. Nur ihre Schreibversuche machen sie glücklich. Ob es das hohe Alter ist oder gar eine heimtückische Krankheit? Ist unsere Valerie dement oder nicht, das müssen die Leser entscheiden.



Ein Video von Maria Gornikiewicz’ Lesung aus „Valerie und die Demenz“ am 1. Dezember 2017 im Rahmen von „Weihnachten im Advent“ im read!!ing room in Wien finden Sie hier: ().


Rezensionen
Neil Y. Tresher: Wird Valerie dement?

Nach „Die fabelhafte Welt der Valerie“, „Mordet Valerie?“ und „Valerie wird fromm“ präsentierte Maria Gornikiewicz den vierten Band aus ihrer Valerie-Serie.

Sorgen um Valerie?
Valerie Kirchheiser aus Favoriten ist dem treuen Publikum als eine resolute Persönlichkeit mit einem ganz ausgeprägten Willen bekannt. Doch der neue Buchtitel von Maria Gornikiewicz deutet einen Wendepunkt im Leben der Kirchheiserin an. Müssen Valeries Freundinnen „Schnackerl“ und „Drusilla“ sowie das geneigte Publikum sich Sorgen machen? Valerie „leidet“ unter Vergesslichkeit, Langsamkeit und Ungeschicklichkeit. Sie legt seltsame neue Gewohnheiten an den Tag und das Unterscheiden zwischen Traum und Wirklichkeit macht Probleme. Wie sieht es um den Gesundheitszustand von Valerie aus? Diese Frage beantwortet Maria Gornikiewicz in ihrem neuen Buch. Auf gewohnt trocken-humorvolle Weise legt sie mit „Valerie und die Demenz“ ein Alterswerk im doppelten Sinne vor.

Demenz greift um sich
Die Lesung von Maria Gornikiewicz trug nicht nur inhaltlich, sondern auch formal dem Thema Rechnung. Die Musikerinnen Silva und Rudi verspäteten sich. Das Publikum stimmte bei den Gesangseinlagen ein und zeigte sich nicht immer textfest. Auch bei den Gesprächen nach der Lesung, mussten selbst die Jüngeren immer wieder nachdenken, wie dieses Buch oder jener Autor nun definitiv hieß. Man konnte fast meinen: Demenz ist ansteckend. Nur Gismo, der Yorkshire-Terrier einer Besucherin, lies sich nicht beirren. Als die Lesung das Thema „Hund“ streifte, bellte er wie auf Stichwort. Der ganze Vortrag wurde so zu einer ungemein interaktiven und lebendigen Lesung, wie wir sie im read!!ing room besonders lieben und leben.

Maria Gornikiewicz, geboren in Wien im Jahre 1943, arbeitet als Schriftstellerin, freie Journalistin und Fotografin. Sie ist in vielen Genres zu Hause: Kurz-Prosa und Erzählungen, Romane und Essayhaftes stehen ebenso auf Ihrer Bibliographie wie Arbeiten für den Rundfunk, Hörspiele und Kinder-Bücher. Gornikiewicz gehört dem „Österreichischen Schriftsteller-Verband“ und weiteren Literatur-Vereinigungen an. Die letzten drei Bände mit der Protagonistin „Valerie“ sind im Verlagshaus „Bibliothek der Provinz“ erschienen.

(Neil Y. Tresher, Rezension für: read!!ing room. Die Website Ihres kulturellen Nahversorgers in Wien-Margareten, 2. Dezember 2017)


http://readingroom.at/valerie-dement/


Elfriede Bruckmeier: Maria Gornikiewicz, „Valerie und die Demenz“

Maria Gornikiewicz ist es gelungen, mit ihrer Valerie Kirchheiser den Prototyp einer nicht mehr jungen, resoluten Favoritnerin zu kreieren, die nun bereits im vierten Buch räsonierend und philosophierend durchs Leben geht. Tapfer pflegt sie ihre diversen Leiden, aber auch genüsslich ihre Freundschaften. Waren es im ersten Band noch Mordgedanken, gespeist von Höllenlärm erzeugenden Halbstarken (Mordet Valerie?), so wurde Valerie später ruhiger und versöhnlicher, vielleicht auch mit Hilfe des roten Heilands auf dem Kreuz, den sie oft besuchte (Valerie wird fromm).

Im aktuellen Band brütet sie sorgenvoll über der Demenz. Jeder ältere Mensch hat wohl schon daran gedacht, wenn sich ein Gegenstand, ein Name, eine Erinnerung partout nicht einstellen will. Traum und Wirklichkeit auseinanderzuhalten gelingt schon Kleinkindern schlecht, und dort bewegt sich Valerie anscheinend jetzt hin. Aber dement, NEIN, dement ist sie noch lange nicht. Sie hat auch kein Alkoholproblem, sie trinkt nur für ihr Leben gern ein Gläschen Rotwein, oder zwei, oder drei…und nach dem Genuss ihres Lieblingsweines hat sie dann Probleme, das Gleichgewicht zu halten und mit der Koordination ihrer Körperfunktionen zu Rande zu kommen. Jede Krankheit, von der sie hört, bezieht sie auf sich und verbringt daher viel Zeit in den Wartezimmern von Ärzten – der erwünschte Nebeneffekt sind nette neue Bekanntschaften.

Bei ihren Zusammenkünften mit Freundinnen wird auch darüber gesprochen, dass man in Favoriten, dem klassischen Arbeiter- und Einwanderer-Bezirk, kaum noch ein deutsches Wort hört. Das finden alle Damen traurig. Auch über Männer wird geredet, die in dieser Runde kaum leiblich anwesend sind. Allein leben ist nicht nur angenehm, manche sehnen sich nach einem Gefährten. Eine der Damen versucht es mit einem Hund, das bringt Haare, Schmutz und Unruhe in die Gemeinschaft. Ein Mann belebt jedoch schließlich den Damenzirkel, eine Friedhofsbekanntschaft, der Herr mit dem „Kulturrevier“.

Fühlt Valerie sich wohl, dann setzt sie sich an den Schreibtisch. Ihre Texte, alte und neue, legt sie dann überall in der Wohnung auf. Sie ist mit sich und so mancher Geschichte zufrieden. Doch dann verwirren sich die Blätter, sie findet den roten Faden nicht mehr. Da ist es vielleicht gescheiter, ein Bad zu nehmen…

Ein Besuch des Familiengrabes am Zentralfriedhof fördert Interessantes eines Favoritner Frauenlebens zutage, wobei sich Valerie auch mit ihrer toten Mutter versöhnt.

Dieses Buch ist eine Satire mit Herz, Humor und Selbstironie, die man wärmstens empfehlen möchte, vor allem den Leserinnen, denn – wie mir ein Buchhändler versicherte – Lesen ist weiblich!

P.S. Liebe Valerie: „Glücklich ist, wer vergisst…“ ist aus der Fledermaus!

(Elfriede Bruckmeier, Rezension erschienen auf der Webseite des Österreichischen Schriftsteller/innenverbandes)


https://www.oesv.or.at/rezension/valerie-und-die-demenz.html