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Kurzbeschreibung

Als es darum ging, welchen Beruf er erlernen sollte, teilte Oswald seinen Eltern mit: »Ich will ein Osterbär werden.«
»Was wird die Familie dazu sagen?«, wimmerte seine Mutter.
»Was haben wir falsch gemacht?«, stöhnte sein Vater.
»Nichts«, lachte Oswald und schwärmte vom guten Ruf, den der Osterhase auf der ganzen Welt genießt. »Außerdem bin ich gerne an der frischen Luft.«
»Welcher Bär ist nicht gern an der frischen Luft?«, meinte die Mutter.

Oswald googelte im Internet, wo man Osterhase studieren konnte: Wald-Universität. Schnurstracks eilte Oswald dorthin und wuchtete sich in die Abteilung für Hasen.
»Sie sind aber kein Hase«, kreischte Professor Zitterbart, »Sie sind Fleischfresser. Unsere Studenten sind in höchster Gefahr!«
»Ich habe nicht vor, meine Mitschüler aufzufressen«, sagte Oswald. »Alles, was ich mir sehnlich wünsche, ist Ostereier verteilen. Ich möchte alles lernen, was ich darüber wissen muss.«
»Ein Bär, der Ostereier verteilt? Das hat es noch nie gegeben.«



Rezensionen
Walter Titz: Der Bär, der ein Hase sein will

Und wieder ist bei Lásló Varvasovszky der Bär los. Der Autor, Zeichner und Bühnenbildner, der 1978 mit seinem „Schneebärenbuch“ einen Klassiker der illustrierten Literatur schuf, legte in den vergangenen Jahren das „Bärenwortspielbuch“ und „Jakob der Zaubärer“ nach. Jetzt: „Osterbär“, die Geschichte von Oswald, dem Wiener Schnitzel schon als Kind ein Gräuel, Karotten hingegen (fast) alles sind. Und der sich wünscht: „Ich will ein Osterbär werden.“ Schließlich gebe es ja auch „Oster-Kaninchennasenbeutler“. In Australien selbstredend.

Mit Wort- und Bildwitz speziell im Kapitel „Tarnen, Täuschen, Flüchten“ folgt Varvasovszky der Karriere seiner bärigen Helden bis zur Bewährungsprobe beim Verstecken am Ostersonntag. Bei der sich zeigt, dass es manchmal ganz gut ist, ein paar Kilo mehr auf die Waage zu bringen.

Varvasovszky hat in seinem neuen Opus das Tempo seiner grafischen Arbeit gewissermaßen erhöht. Das heißt, die Bilder sind in der Ausführung dynamischer, lockerer aber nicht schlampiger. Der wunderbare und witzige Varvasovszky-Touch bleibt erhalten.

(Walter Titz, Rezension in der Kleinen Zeitung vom 21. März 2009)


Thomas Wolkinger: László Varvasovszky, „Osterbär“

Ostern ist zwar noch weit, László Varvasovszkys „Osterbär“ kann man aber völlig jahreszeitenunabhängig mit gewaltigem Vergnügen lesen. Der 1947 geborene Autor und Zeichner, der mit seinem „Schneebärenbuch“ so richtig bekannt wurde, schleust seinen Bären diesmal in die Wald-Universität ein, um Osterhase zu studieren. Im Vorlesungsverzeichnis: „Technologie des Eies“ und „Tarnen, Täuschen, Flüchten“. Ein Witz! Und was für einer! (…)

(Thomas Wolkinger, Rezension im Falter #47/2009)


https://www.falter.at/falter/rezensionen/buch/306/9783900965372/die-kurbismaus-im-kurbishaus