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Kurzbeschreibung

[Mit Fotogr. von Erika Schmied]

Giorgio de Chirico und sein Werk umgibt noch immer die Atmosphäre des Geheimnisses. Zweifellos gehört er – als Begründer der pittura metafisica und als Vorläufer des Surrealismus, der Neuen Sachlichkeit, des Magischen Realismus und manch anderer späterer Strömung – zu den ganz großen Künstlern des 20. Jahrhunderts, nicht weniger wichtig als Picasso, Kandinsky oder Duchamp. Auch wenn die Forschung langsam beginnt, unzweifelhafte Fakten zu Leben und Werk de Chiricos zusammenzutragen, bleiben offene Fragen genug – mehr als bei jedem anderen der bedeutenden Meister der Moderne. Einigen dieser offenen Fragen geht Wieland Schmied, einer der profunden Kenner de Chiricos, in den Aufsätzen nach, die der vorliegende Band vereinigt.

Giorgio de Chirico ist nicht nur der professionellen Kunstgeschichtsschreibung sondern auch dem allgemeinen Kunstverständnis nach wie vor ein Rätsel. Erst langsam beginnt man das Ausmaß dieses Rätsels zu begreifen. Warum wurde gerade de Chirico zum meistgefälschten Künstler des 20. Jahrhunderts? Warum hat er sich 1919 von der frühen pittura metafisica abgewendet und eine »Rückkehr zum Hand werk« verlangt? Wie verhält es sich mit seiner wiederholt bekundeten Ablehnung der Moderne? Warum blieb er so lange im Abseits der Forschung? Aber nicht nur uns ist de Chirico nach wie vor ein Rätsel. Dem Künstler blieb bis zuletzt (und mit den Jahren in zunehmendem Maße) die ganze Welt unverständlich. Er begriff nicht – oder wollte nicht begreifen –, was um ihn herum geschah. Doch die Widersprüche der Welt sah er sehr wohl. So sehr sie ihn verwirrten – partiell blieb er klar und präsent.
Wieland Schmied, der de Chirico in seinem letzten Lebensjahrzehnt gut gekannt hat – er war der einzige Kunsthistoriker, dessen Umgang der greise maestro in dieser Zeit akzeptierte –, versucht in den Texten, die das vorliegende Buch vereinigt, den genannten und anderen Fragen nachzugehen und eröffnet damit aufs neue die Diskussion um einen der großen Heroen der Moderne. Der Band enthält außerdem mehr als dreißig Fotografien, die Erika Schmied 1970 bzw. 1972 in Mailand, Rom, Hannover, Berlin und Hamburg von de Chirico aufgenommen hat und die zum größten Teil bisher noch nicht veröffentlicht wurden.



Rezensionen
Passauer Neue Presse: Wieland Schmied, „Der Künstler, dem die Welt ein Rätsel blieb“

Giorgio de Chirico und sein Werk umgibt noch immer die Atmosphäre des Geheimnisses. Zweifellos gehört er – als Begründer der pittura metafisica und als Vorläufer des Surrealismus, der Neuen Sachlichkeit, des Magischen Realismus und manch anderer späterer Strömung – zu den ganz großen Künstlern des 20. Jahrhunderts, nicht weniger wichtig als Picasso, Kandinsky oder Duchamp.

Auch wenn die Forschung langsam beginnt, unzweifelhafte Fakten zu Leben und Werk de Chiricos zusammenzutragen, bleiben offene Fragen genug – mehr als bei jedem anderen der bedeutenden Meister der Moderne. Einigen dieser Fragen geht Wieland Schmied, einer der profunden Kenner de Chiricos, in den Absätzen nach, die der vorliegende Band vereinigt.

(Rezension in der Passauer Neuen Presse vom 2. Juni 2009)