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Kurzbeschreibung

[Ill. von Linda Wolfsgruber]

Es war einmal eine Frau, die sich sehr nach einem Kinde sehnte, aber sie wusste nicht, woher sie es nehmen sollte. Da ging die zu einer alten Hexe und sagte zu ihr: „Ich möchte herzlich gern ein kleines Kind haben, willst du mir nicht sagen, woher ich das bekommen kann?“ „Ja, damit wollen wir schon fertig werden!“, sagte die Hexe. „Da hast du ein Gerstenkorn; das ist gar nicht von der Art, wie sie auf dem Felde des Landmanns wachsen oder wie soie die Hühner zu fressen bekommen; lege das in einen Blumentopf, so wirst du etwas zu sehen bekommen!“ „Ich danke dir!“, sagte die Frau und gab der Hexe fünf Groschen, ging dann nach Hause, pflanzte das Gerstenkorn, und sogleich wuchs da eine herrliche große Blume; sie sah aus wie eine Tulpe, aber die Blätter schlossen sich fest zusammen, gerade als ob sie noch in der Knospe wären.



Rezensionen
Silke Schnettler: Die Märchensammlung des Schustersohns

(…) Doch muss durch die Bilder nicht zwangsläufig eine altmodische Atmosphäre heraufbeschworen werden. Linda Wolfsgrubers traumhaft schöne Illustration von Andersens „Däumelinchen“ verlegt das Märchen an einen zeitlosen Ort. Die Wiener Künstlerin fängt die Geschichte von dem nur daumengroßen Mädchen mit zarten Strichen auf ungewöhnlichen Bildausschnitten ein. Von der Frau zum Beispiel, die sich so sehr ein Kind wünscht, dass sie zu einer Hexe geht und dann eine winzig kleine Tochter bekommt, sind nur Kinn, Mund und Nasenspitze sowie später zwei Finger zu sehen. Das konzentriert den Blick auf die kleine Heldin, die wie so oft bei Andersen zu Großem fähig ist.

(Silke Schneller, Rezension im Standard vom 24. Dezember 2004)


http://derstandard.at/1900805/Die-Maerchensammlung-des-Schustersohns


Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur: Hans Christian Andersen/Linda Wolfsgruber, „Däumelinchen“

Aus Sehnsucht nach einem Kind sucht eine Frau eine Hexe auf – und bekommt ein Gerstenkorn von ihr überreicht. Und tatsächlich entsteigt wenig später ein kleines Mädchen der daraus entwachsenen Blume. Mit großer Kunstfertigkeit wird das filigrane Wesen von der Künstlerin Linda Wolfsgruber in eine Märchenwelt gestellt, in der sich größere und gröbere Wesen das kleine Mädchen dienbar machen wollen: Von einer Kröte als Braut für deren Sohn entführt, von einer Maus jahrelang als festgehalten findet das Däumelinchen letztlich in einer fast schon dem Tod anheimgegebenen Schwalbe ihre Liebe. Wolfsgruber unterlegt ihre Radierungen mit jeweils einer Grundfarbe und erzeugt so eine Stimmung steter Unsicherheit – betont damit jedoch auch Sehnsucht und Mut, die das nussschalengroße Däumelinchen lenken.

(Rezension für: STUBE. Studien- und Beratungsstelle für Kinder- Jugendliteratur)


http://www.stube.at/buchtipps/andersen.htm