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Veranstaltungen

Fotobuch-Präsentation in Wien: Lichtskizzen fotografiert von Otto Schenk

Mi 26. Nov 2014 um 18:30

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Ort:

Österreichisches Theatermuseum
Lobkowitzplatz 2, 1010 Wien

Kurzbeschreibung

Der Verlag Bibliothek der Provinz lädt zur Fotobuch-Präsentation ein:

LICHTSKIZZEN
New York & Venedig in den 1960er-Jahren
fotografiert von Otto Schenk
94 Seiten, Deutsch / Englisch
19€ ISBN: 978-3-99028-356-1

Einlass um 18:15, Beginn um 18:30
Getränke werden vom Weingut Christ gereicht

Anwesend sind:
der Fotograf Otto Schenk
der Herausgeber Ronnie Niedermeyer
der Verleger Richard Pils

Als Regisseur war eines von Otto Schenks wichtigsten Arbeitswerkzeugen der Fotoapparat. Die ganze Welt war bekanntlich Bühne, und ihre Kulissen prägten Bilder, die in seinen Stücken Eingang fanden.
In den späten 1960ern arbeitete Schenk an einer Verfilmung von Shakespeares Kaufmann von Venedig, die 1969 erschien. Vorher besuchte er den Schauplatz des Dramas mit seiner Frau Renée – und mit der Kamera. Doch in dieser Stadt, damals schon Touristenherd, galt seine Aufmerksamkeit keineswegs den Brennpunkten. Otto Schenk lenkte seine Schritte und sein Objektiv in die schattigen Nebengassen, wo das Echo der Shylocks, der Aschenbachs, ja aller Außenseiter hallte. Mit akribischem Blick hielt er dort Details und Szenen fest, die seine Vision für den geplanten Film zum Ausdruck brachten.
Puccinis Tosca war seine erste Inszenierung an der Metropolitan Opera und Grund genug, Frau und Sohn zur Prämiere zu holen. Obwohl die Fotos, die 1968 in New York entstanden, keine Bühnenbilder vorbereiten sollten, spiegeln sie die gleiche Ästhetik, die Otto Schenk in Venedig so faszinierte. Nicht das Bombastische zieht ihn an, sondern das Unspektakuläre. Es sind Ansichten, die erst bei tiefer gehender Betrachtung ihren poetischen Reiz entfalten.
Nachdem die Fotografien verwertet worden waren, verschwanden sie wortwörtlich in die Schublade. Sedimente aus mehr als vier Jahrzehnten überlagerten sie, als ich sie im Sommer 2012 dort wieder ausgrub: Urlaubsschnappschüsse, Zeitungsausschnitte, Dokumentmappen und sehr viel Staub. Doch Otto Schenks Gedächtnis behielt Recht. Ganz hinten befanden sich die gelben Kartons, von denen er mir erzählt hatte. Kodak Supra II stand darauf, und in seiner Handschrift Venedig und New York. Negative gab es zwar keine mehr, dafür hübsche kleine Barytabzüge. „Machen Sie damit, was Sie wollen“, brummte Schenk, während ich die Berglandschaft von seinem Wohnzimmerteppich wieder abtrug und in die Kommode zurückstopfte. „Wenn ich nicht mehr bin, wird das alles weggeschmissen.“
Ich schlug vor, die zwei Städte einander gegenüberzustellen: Der Blick nach vorne und der Blick nach hinten, gen Westen und gen Osten, in die Höhe und in die Tiefe, zwei absolute Gegenpole – die sich in den Augen von Otto Schenk mühelos treffen.
– aus dem Vorwort von Ronnie Niedermeyer

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