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Veranstaltungen

Lesung und Autorinnengespräch mit u.a. Dine Petrik in der Akademie der bildenden Künste in Wien

Mi 22. Feb 2017 um 19:00

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Ort:

Akademie der bildenden Künste Wien, Hauptgebäude
Universitätsbibliothek (Lesesaal)
Schillerplatz 3
1010 Wien

Kurzbeschreibung

Farben, Figuren, erzählte Porträts. Lesung und Autorinnengespräch
Mittwoch, 22. Februar 2017, 19 Uhr
Akademie der bildenden Künste Wien, Hauptgebäude, Schillerplatz 3, 1010 Wien, Universitätsbibliothek (Lesesaal)

Lesung und Gespräch mit Patricia Brooks, Getraud Klemm und Dine Petrik


Als er von seiner Freundin Silvie verlassen wird, wird der Ich-Erzähler in eine Reihe merkwürdiger Ereignisse hineingezogen, die ihn immer tiefer in einen Zustand der Erschöpfung treiben. Silvie fliegt nach New York, ohne die Trennung zu begründen. Als er sich ins Salzkammergut zurückzieht, um dort ein Computerspiel zu programmieren, lernt er unter rätselhaften Umständen die Tänzerin Carlos kennen, die sich in ihn verliebt. Plötzlich verschwinden Dinge spurlos, Verlorenes taucht unerwartet auf. Manche Gespräche scheinen nie stattgefunden zu haben. Die Erzählung „Die Grammatik der Zeit“ ist eine Geschichte des Auseinanderlebens und Verlassenwerdens. Patricia Brooks lockt die_den Leser_in in ein Labyrinth der Zeit, wo Vergangenheit und Zukunft sich ineinander verlieren. „Die Grammatik der Zeit“, erschienen 2015 im Verlag Wortreich.

Patricia Brooks, geboren in Wien, lebt in Klosterneuburg, schreibt Romane, Kurzprosa, Lyrik und Hörspiele. Mehrere Preise, Stipendien. Initiatorin und Mitwirkende in verschiedenen interdisziplinären Performanceprojekten, u.a. Idee und Konzept von „Radio rosa – TextMix Lab“.


„Aberland“, erschienen 2015 im Verlag Dorschl, ist ein bitterböses Porträt zweier Frauen-Generationen. Elisabeth, 58, versucht würdevoll zu altern. Ihr gutbürgerliches Leben ist am ehesten charakterisiert durch das, was sie alles nicht getan hat: Sie hat nicht studiert und nicht gearbeitet, sie hat ihre Kinder nicht vernachlässigt und ihren Mann nicht mit dem Künstler Jakob betrogen, sie hat der Schwiegermutter nicht die Stirn geboten und stellt noch immer nicht den Anspruch, ins Grundbuch der Jugendstilvilla eingetragen zu werden. Mit Zynismus und verhaltener Selbstreflexion beobachtet sie das Altern der Frauen um sie herum. Und sie beobachtet ihre Kinder, vor allem Franziska, 35, die zu Wutausbrüchen neigt, mit den Anforderungen der Gesellschaft an ihre Mutterrolle hadert und die theoretische Gleichberechtigung von Mann und Frau im Alltag nicht einlösen kann. Auch sie hat ihre Visionen nicht verfolgt, weder beruflich noch privat, und begnügt sich mit einem fast fertigen Studium und einem fast geliebten Mann. Es scheint, als habe sich dieser zahnlose Feminismus von einer Generation an die nächste vererbt. Gertraud Klemm schildert in „Aberland“ eine gesellschaftliche Situation, in der mit viel ja – aber die wichtigen Entscheidungen verschoben und verhindert werden. Ihr Blick auf die Lage ist gnadenlos, bissig und wahnsinnig komisch.

Gertraud Klemm, geboren in Wien, aufgewachsen in Baden, Biologiestudium, lebt als freie Schriftstellerin in Pfaffstätten. Mehrere Preise, Stipendien, Förderpreise, 2014 den Publikumspreis beim Ingeborg Bachmann Wettbewerb.


„Er schluckte an seiner Wut, setzte kräftig nach. Über das leere Glas hinweg schielte er nach der Flasche. Ein dreister, zugleich infantiler Versuch der Annäherung. Eine Nähe, die nicht zu erreichen war. Er hatte sich längst entfernt, er war nicht da, er stand bloß herum. Ödes Geschwätz, was zum Teufel mache ich denn da. Mehr als ein Hm oder Aha hatte er sich bislang nicht abringen lassen. Weg da, raus, dachte er, während er sein Glas auffüllte. Sein Augenmerk galt dem schweren, ockerfarbigen Vorhang, der die halbe Zimmerfront von der Decke herab bis zum Parkett abdeckte. Schon war er, mit dem rechten Knie heftig gegen die Lamellen eines Heizkörpers stoßend, hinter dem Vorhand verschwunden. Einen Fluch zerbeißend, streifte er an der Fensterverglasung entlang: Na also, hier geht es raus. Aber nichts, der Türhebel in seiner Hand war nicht zu bewegen.“ (Dine Petrik, Flucht vor der Nacht, Bibliothek der Provinz, 2015)

Im Kontext des Romans „Flucht vor der Nacht“, erschienen 2015 im Verlag Bibliothek der Provinz, steht das Zentralporträt eines Wiener Malers an der Jahrtausendwende. Dine Petrik berührt Genres des klassischen Künstler_innenromans – Anspruch als Künstler_in, Ansichten zur Moderne, Postmoderne und zeichnet mit psychologischem Feingefühl auch die Negativbilanz: das Leben als (scheiternder) Star.

Dine Petrik, geboren im Burgenland, lebt als freie Schriftstellerin und Feuilletonistin in Wien. Mehrere Preise. Zuletzt erschienen „Funken.Klagen“ im Verlag Bibliothek der Provinz.



Dine Petrik
Flucht vor der Nacht
Verlag Bibliothek der Provinz
ISBN 978-3-99028-367-7

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