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Veranstaltungen

Vernissage/Lesung und Ausstellung von Albert Ennemoser in Telfs

Fr 19. Jun 2015 um 20:00 bis Fr 14. Aug 2015 um 12:00

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Ort:

Arbeiterkammer Tirol, Bezirkskammer Telfs
Moritzenstraße 1
6410 Telfs

Kurzbeschreibung

Ausstellungseröffnung und Buchpräsentation

ALBERT ENNEMOSER - Ölgemälde und Holzmosaike / "Bunte Geschichten" - Erzählungen

Vernissage und Lesung
Freitag, 19. Juni 2015, um 20 Uhr


Ausstellung
22. Juni bis 14. August 2015

Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag von 8 bis 16.30 Uhr
und von Freitag 8 bis 12 Uhr



Albert Ennemoser
Bunte Geschichten
Verlag Bibliothek der Provinz
ISBN 978-3-99028-460-5


Es gab Zeiten und Orte, da war es gute Sitte, das Gehirn der frisch verstorbenen Verwandten mit etwas Gewürz, soweit vorhanden, im Ganzen oder in Scheiben gebraten den Lebenden als rituelle Festspeise zu servieren. Alles, bis zur letzten Windung, durfte verspeist werden, um sich den guten Geist des Verstorbenen einzuverleiben.

Eine recht fette Sache, aber durchaus schmackhaft, wenn es mit Salz, Knoblauch und ingwer verrieben und mit einigen Wachteleiern verfeinert wurde. Damals war man froh um abwechslungsreiche, kalorienhaltige Kost. War doch das Sammeln von Früchten und Nüssen und das Jagen und Töten von Feinden eine kräfteraubende angelegenheit. Heute haben sich die meisten Menschen kulinarisch weiterentwickelt. Wir, die Leute von heute, lassen uns die Tiere vom Metzger im Fleischwolf zermatschgern, damit man sie in deren eigene Darmhäute schieben kann. Mit ein paar geschmacksverfremdenden Gewürzen geben sie dann leckere bayerische Bratwürste ab, die diesmal dann durch unsere eigenen Därme gepresst werden. Das bewirkt dann das sogenannte urige Bauchgefühl, auf das wir so stolz sind und auf das wir uns verlassen können.

Natürlich muss man nicht immer gleich ans Essen denken, wenn man Gehirn hört. Obwohl das Gehirn ja oft selber so funktioniert. Vielleicht sollte man auch an Intelligenz denken. Nicht an die eigene, nein, die der anderen ist auch interessant. Man hat ja inzwischen herausgefunden, dass Kinder, die in den ersten sechs Lebensjahren, also bis zum Schulalter hin, ungesund, zum Beispiel mit gestopften Darmhäuten, ernährt worden sind, in ihrer Gehirnentwicklung um eineinhalb Jahre hinter den gesund ernährten Kindern zurück sind. Das kann dann das beste Schulsystem mit Ganztagsbetreuung nicht wieder gutmachen. Und weil die Eltern, die ihre Kinder schon im Mutterleib ungesund ernährten, auch nicht gerade das Gesündeste gegessen hatten, gibt es halt diese weitverbreitete, wurstige, generationenübergreifende Dummheit. Aber wehe, man sagt das laut und in aller Öffentlichkeit. Es sagt ja auch keine Mutter: Mein Kind ist dumm. Es gibt nur bildungsferne, unmotivierte, nicht unbedingt sehr fleißige Kinder, denen schon irgendwann einmal der Knopf aufgehen wird. Da aber der Gehirnknopf einem Gordischen Knoten gleicht, wäre es nicht ratsam, an ihm herumzuwursteln. Was im realen Leben meist passiert, ist, dass ein Knopf sich lieber selber fester zuziehen will, als dass er lockerer wird und von alleine aufgeht.



Albert Ennemoser

geboren am 26. 7. 1948 in Inzing, Tirol.
1966 Schulabbruch (HTL Innsbruck). Anschließend mehrere Jahre auf Reisen (Europa, USA, Afrika und Asien).
1972 nach Irland ausgewandert.
1974 nach Schottland übersiedelt.
1975 Rhodec-International-Design-Diplom.
1978 bis 1982 Malerei - Studium an der Glasgow School of Art. (BA. Hon.)
1982 bis 1983 Studium am Jordanhill College of Education.
Mitglied der British Academy of Songwriters, Composers and Authors.
Freischaffender Illustrator für BBC-TV-Scotland.
Freischaffender Designer für NAEF (Spielzeug), Schweiz.
Zwei Holzdesignpreise (1990 und 1991).
Einzelausstellungen im In- und Ausland.
1998 und 2002 Künstlerischer Leiter des Tiroler Literaturwettbewerbs für Jugendliche.

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