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Kurzbeschreibung

Was dem Dichter-Maler Henri Michaux seine Karavelle, ist Gerald Brettschuh das Pferd. „Emportez-moi“ – „Tragt mich fort in einer Karavelle“, ruft Michaux, „in einer alten sanften Karavelle /– Im Pferdegespann einer anderen Zeit.“ – „Tragt mich fort, geborgen in Küssen, / im Steigen hochatmender Brüste, / auf Kissen der Hände und weichem Lächeln, / in den Geheimgängen von Gebein und Gelenk.“ Dort, „in den Geheimgängen von Gebein und Gelenk“, fühlt sich der Künstler, und er zeichnet, malt das.

Schlüpft so in das Wesen des Kentaurs: Dieses Wesen vermittelt dem Reiter das erotische Moment in der Mensch-Tier-Beziehung, stellt das Symbol, den Archetypus für den Bezug zur ungebändigten Natur dar, nach C. G. Jung auch das für die Mutter. Das wilde Kentauren-Volk wird als in Massen auftretender, rohes Fleisch verschlingender Zwitter geschildert, der natürlich auch den Frauen nachstellte.

„Wenn sich das Pferd als Reittier unter dem Menschen befindet, symbolisiert es dessen triebhafte, unbewusste Sphäre“, sagt Marlene Baum („Das Pferd als Symbol. Zur kulturellen Bedeutung der Symbiose“,1993)

(Kristian Sotriffer)