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Kurzbeschreibung

Leonardo Zanier. Bilder von Emanuele Bertossi. Auf Deutsch nacherzählt von Reinhard Kacianka


Diese Geschichte gleicht eigentlich jener, die ich vor vielen, vielen Jahren meiner Tochter Elisa erzählt habe. Ohne es zu wollen, habe ich die Geschichte immer wieder anders verlaufen lassen. Ich habe meinen Helden stets anderen Gefahren ausgesetzt, habe Tiere und Bäume, Orte, Handlungen und die Dramaturgie anders geschildert.

Elisa hat das aber jedes Mal sofort bemerkt und hat protestiert „Nein! So war es doch nicht.“ Und dann hat sie mir die Geschichte ganz genau erzählt und berichtet, was unserem Weltenbummler wirklich widerfahren ist.

Ich habe ihr die Geschichte so oft und immer wieder erzählt, dass ich sie mir sehr gut gemerkt habe. Die Geschichte hat sich mir so sehr ins Gedächtnis eingeprägt, dass ich beim Niederschreiben erst recht wieder alles anders und neu erfunden habe.

Ich möchte aber auch hinzufügen, dass die Geschichte nach dem fünften oder sechsten Mal so gut gewirkt hat, dass Elisa während des Erzählens unversehens sanft ins Träumeland entschlummert ist. Nicht sehr oft zwar, aber doch manches Mal bin auch ich im Verlauf der Erzählung eingeschlafen. Wie man sieht, das Märchen wirkt auch umgekehrt …

In anderen Fällen brachte mich meine Tochter dann wieder in Verlegenheit: „Und wohin geht er dann? Was macht er? Was geschieht dann mit ihm?“ Um diese Fragen zu ihrer Zufriedenheit beantworten zu können, musste ich schildern, wo er als Nächstes ankommt, und wie er dann doch wieder weiter muss, um neue Abenteuer zu bestehen.

Und so ist es in Wahrheit wohl. Wir werden unsere Welt nie zu Ende erzählen können. Selbst um unsere Region, den Alpen-Adria-Raum, wirklich in all seiner Vielfalt kennenlernen zu können, reicht ein Leben nicht aus. Diese Erkenntnis beseelt diese Geschichte wie ein Zauber, sie ist wundersam und bringt uns zum Staunen. Sie bringt alle zum Träumen: den, der sie erzählt, wie den, der sie hört.

Ich hoffe, auch euch gefällt diese Geschichte. Ich wünsche, dass sich der eine oder die andere darin findet: egal ob Opa oder Oma, Mama oder Papa, Sohn oder Tochter. Wenn euch die Geschichte aber nicht gefällt, dann sei euch eine gute Nacht gewünscht. Denkt dran zu schlafen, um Leben und Leib ruhig zu stellen.

Wenn ihr niemanden habt, der euch die Geschichte erzählt, dann lest sie doch selbst und lasst sie euch dann träumen. Und wenn ihr sie besser träumt, dann findet unser Weltenbummler eher ein oder zwei Ungeheuer, statt eines Bären ; dann gelangt er statt an das Ufer eines Flusses an die Gestade eines Sees oder des Meeres ; dann ist er wohl eher Maurer und kein altehrwürdiger Kaufmann ; statt zu Fuß reist er dann hoch zu Ross ; dann werden aus einigen Tagen vielleicht Jahre und statt Milch als Labsal könnte er dann Medikamente bekommen. Wenn ihr die Geschichte also anders und vielleicht besser träumt, schreibt mir! Ich werde die Geschichte gerne noch einmal und dieses Mal wieder anders erzählen.