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Kurzbeschreibung

[Reihe Menschen und Denkmale]


Wie der Titel – „Schloss Pöggstall – Adelige Residenz zwischen Region und Kaiserhof“ – verrät, handelt es sich bei dieser stattlichen Anlage nicht um irgendein abgelegenes Schloss „am Land“, sondern um einen bedeutenden Adelssitz, dessen Bewohner teils direkte Beziehungen zum Kaiserhaus gepflegt haben. Der große, die Anlage bis heute prägende Ausbau zum Renaissanceschloss fand Ende des 15. Jahrhunderts unter Kaspar von Rogendorf statt, der Rat und Kämmerer von Kaiser Friedrich III. war. Schließlich wurden im 19. Jahrhundert die Habsburger und damit das Kaiserhaus selbst Eigentümer des Schlosses sowie der zugehörigen Ländereien und Wälder. 1919 ging das Schloss am Ende der Donaumonarchie an die Republik Österreich, im Jahr 1986 wurde es schließlich von der Gemeinde Pöggstall übernommen.

Das Schloss beherbergt im Bergfried eine „Folterkammer“ mit historischen Gerätschaften, die an finstere Zeiten der Rechtsprechung und vor allem –vollstreckung gemahnen. Tatsächlich befand sich in Pöggstall seit dem Spätmittelalter ein Landgericht. Doch lassen genauere Betrachtungen erhebliche Zweifel an der Authentizität dieser „mittelalterlichen Folterwerkstätte“ aufkommen, die in der heutigen Aufstellung wohl eher ein Produkt des 19. Jahrhunderts sein dürfte. Der kulturhistorische Wert bleibt unbestritten, doch erübrigt sich ein lustvolles Schaudern angesichts eben nur vermeintlicher mittelalterlicher Martermethoden. Vielmehr bietet Schloss Pöggstall eine reflektierte Auseinandersetzung mit allen Facetten von Recht als Regelwerk für das Zusammenleben in einer Gesellschaft: Schon seit 1988 ist im Schloss das „Museum für Rechtsgeschichte“ mit Objekten aus den Landessammlungen Niederösterreich untergebracht.