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Kurzbeschreibung

Mit Beiträgen von Cornelia Commenda, Martin Hochleitner, Dagmar Höss, Astrid Hofstetter, Sandra Malez, „Schnittpunkt. Ausstellungstheorie & Praxis“, Hannah Stippl.


Wird Vermittlung nicht bloß als Dienstleitung und als einseitiger Wissenstransfer definiert, bei dem Vermittler/innen sprechen und Besucher/innen zuhören, stellt sie eine Herausforderung für beide Seiten dar. Die Besucher/innen sind gefordert, können, ja sollen sich beteiligen, mit diskutieren, ihre Meinung sagen. Die Institution, die Kuratoren/innen und letztlich vor allem die Vermittler/innen müssen damit umgehen, es aushalten, es lenken.

Im Mittelpunkt von KLASSE KUNST stand von Beginn an die Suche nach Möglichkeiten für andere, vor allem auch selbst bestimmte Formen der Vermittlung. Dabei spielt die grundlegende Intention des Projekts, Kinder, Jugendliche UND Erwachsene anzusprechen, eine wichtige Rolle. KLASSE KUNST soll allen offen stehen, egal welchen Alters oder welcher sozialen Schicht und auch unabhängig davon, wie sehr sich die Besucher/innen im musealen Umfeld bereits sicher fühlen oder (noch) nicht. Dabei werden Werkzeuge zur Verfügung gestellt, um sich den Erzählungen, Kunstwerken oder Wissensgebieten auch autonom und selbstbestimmt annähern zu können. Voraussetzung dafür sind Neugier, Offenheit und die Bereitschaft, die Dinge wortwörtlich auch selbst in die Hand zu nehmen. Wer im Alleingang tiefer gehen möchte, muss den sicheren Bereich des passiven Konsumierens verlassen, bekommt allerdings auch viel dafür.

Die, die KLASSE KUNST besuchen, erleben vielleicht etwas Neues: ungeübte Kunstrezipienten/Rezipientinnen die zufällig hereinschneien, entdecken ihre eigenen Fähigkeiten im Umgang mit Kunst, unterstützt durch die zahlreichen Vermittlungsangebote in der Ausstellung und erleben das Museum, womöglich entgegen den Erwartungen, als spannend. Bei den Museumsprofis gerät der sichere Boden ebenfalls ins Wanken, denn die sonst so beschaulichen Hallen der Kunst sind hier plötzlich voller Menschen, oft auch grell, laut und chaotisch.

(Dagmar Höss)