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Kurzbeschreibung

Enzyklopädie des Wiener Wissens : Porträts ; 6


Rupert Riedl war ein Leben lang Morphologe. In seinen Augen war es kein Zufall, dass die Morphologie sich gerade in der Biologie etabliert hat, wo kontroversielle Methoden aufeinanderstoßen. Heute noch klafft ein methodischer Riss zwischen den Natur- und Geisteswissenschaften: die Spaltung des Weltbildes.

Als vergleichender Morphologe beforschte Rupert Riedl die Entwicklung des Geistes. Er erkennt Denkmuster als Anpassungsprodukt an Naturmuster, da von allen möglichen Interpretationen der Natur jene am effektivsten sein müssen, die dieser am meisten entsprechen. Wir werden bereits mit stammesgeschichtlich erprobten Erwartungshaltungen geboren und unser ratiomorpher Apparat operiert mit vier vernunftsähnlichen Hypothesen. Die Umwelt des modernen Menschen ist jedoch derart komplex, dass unsere angeborenen Erkenntnismechanismen längst nicht mehr ausreichen, um das Netz hausgemachter Zugzwänge zu durchschauen. Rupert Riedl ruft dazu auf, die eigenen Anschauungsformen zu übersteigen.


Es ist die vornehmste Aufgabe der Wissenschaft, die Mühseligkeit der menschlichen Existenz zu lindern. (Rupert Riedl)