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Kurzbeschreibung

[Hrsg.: Wilhelm Hörmanseder]


Vor cirka zehn Jahren besuchte mich Militärbischof Christian Werner, gemeinsam mit meinem alten Freund Monsignore Dr. Sammer und noch einigen Herren.

Wir besahen uns in meinem Ausstellungsraum meine sakralen Arbeiten, in besonderem meine Christusfiguren ohne Kreuz. Nach einem kurzen Gespräch gingen meine Freunde wieder zurück ins Atelier. Nur Bischof Werner und ich blieben noch. Er sah sich ganz ruhig meine Arbeit an, dann sah er mir in die Augen und fragte plötzlich: "Sag, bist Du sooo religiös?"

Wir waren inzwischen schon per Du, und ich wunderte mich nicht über seine Frage, es war, als hätte ich sie schon lange erwartet.

Genauso spontan antwortete ich: "Wenn Du die Ordnung, die Form, als etwas Religiöses anerkennen kannst, dann bin ich es."

Ich versuchte im Laufe des Abends klar zu machen, dass zu einer sogenannten sakralen Arbeit nicht ein sehr religiöser Künstler notwendig ist, sondern einer, dem das Thema nicht wichtiger ist als die Kunst.

Die Form ist das eigentliche Thema.
Sie birgt das Geheimnis der Liebe, der Mystik, der Zeitlosigkeit.
Das literarische Thema ist zeitgebunden.
Die Form ist zeitlos.

(Oskar Höfinger)