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Kurzbeschreibung

Ist denn wirklich alles so kompliziert? Vielleicht, aber es kommt auch auf die Sichtweise an.

Maria Gornikiewicz plädiert für Gemächlichkeit, Phantasie und viel Sprachgefühl, um die nötige Leichtigkeit zurückzugewinnen. Ihre satirischen Miniaturen aus dem Alltag brauchen natürlich eine ordentliche Portion Sarkasmus, aber die Heiterkeit dominiert.

Da wird gegen Schmutz und Schund gewettert, Tierhaltern, Autofahrern und Sportlern wird ein entlarvender Spiegel vorgehalten.

Es wird in Worte gefasst, was der älteren Generation auf der Seele lastet. Zum besseren Verständnis dieser Spezies sei auch jungen Lesern die Lektüre empfohlen!



Rezensionen
Neil Y. Tresher: Zweieinhalb LAP’s und die „alte“ Kirchheiser …

„Ein Weltbürger kann nicht am Balkon sitzen und in eine Baumkrone schauen. Das ist total unergiebig. Genauso geht es einer Wienerin.“ So beginnt einer der Texte aus „Rette mich, wer kann – Texte zum Überle(b)gen“ von Maria Gornikiewicz. Das Buch erschien heuer in der „Bibliothek der Provinz“ und umfasst eine Sammlung von kurzen Betrachtungen kolumnenartigen Zuschnitts. „Rette mich, wer kann“ geht in eine andere Richtung als die Erzählungen rund um Valerie Kirchheiser, die zuletzt im gleichen Verlag erschienen. […] Gornikiewicz beschrieb ihr Verhältnis zur allgemeinen digitalisierten Welt, die Irrungen und Wirrungen der modernen Liebesbeziehungen und die Fülle an Jahres,- Gedenk- und Feiertagen, die uns bei näherer Betrachtung keine Zeit zum Atmen lassen.

Die Welt, die uns Maria Gornikiewicz [präsentiert], ist – um mit den unsterblichen Worten eines sehr unterschätzten Bundeskanzlers zu sprechen – einfach nur „sehr kompliziert“. Allerdings [vermeidet] es die Autorin in einen Ratgeberton zu verfallen und etwa mehr Achtsamkeit oder Wertschätzung einzufordern. Zu abgeklärt ist der Blick der Autorin auf die Welt. Maria Gornikiewicz plädiert in ihrem Buch allenfalls für Gemächlichkeit und Ruhe. Nebenbei scheint sie die Unebenheiten des modernen Lebens mit Humor zu meistern – auch wenn dieser hin und wieder schwarz ist. Ihr Plädoyer für das Single-Leben ist bestechend und wunderbar. Nur jemand, der mit Bravour zwei Ehen und zweieinhalb LAP überlebte, kann derartig überzeugend und glaubhaft argumentieren. Maria Gornikiewicz [entwickelt] in „Rette mich, wer kann“ eine sehr wienerische Haltung gegenüber den Dingen. Sie [nimmt] eine Position ein, die bisweilen raunzend, bisweilen staubtrocken kommentiert – nicht ohne die notwendige Portion Eigenironie ins Spiel zu bringen.

[…]

Es ist ein schönes Büchlein, das in der „Bibliothek der Provinz“ erschien. Marie Gornikiewicz taucht in Alltagsphänomene ein und hinterfragt kritisch Dinge, ohne die wir offensichtlich nicht mehr auskommen. Eines kann schon verraten werden. Der Blick vom Balkon ist gar nicht so unergiebig, wie man meinen mag. Das wusste bereits Ernst Hinterberger, der, so scheint es, ganze Milieus von seinem Margaretner Gemeindebau aus entwarf. Und eines lässt sich auf jeden Fall sagen: Maria Gornikiewicz ist eine sehr gute Beobachterin.

(Neil Y. Tresher, Rezension für: read!!ing room. Die Website Ihres kulturellen Nahversorgers in Wien-Margareten, 29. Oktober 2016)


http://readingroom.111mb.de/wordpress/?p=1027