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Kurzbeschreibung

Wilhelm Szabo. [Hrsg. von Sylvia Gruber]


Erinnerung an eine Kammer

Kein Spiegel zierte die Mauer. Kein Kasten verschloß mein Gewand. Draußen mähte der Bauer. Draußen lag unwirsch das Land. Nächstens, beim Glimmen der Kerze, hielt ich zu wachen nicht ein, ob auch die schreckhafte Schwärze spähte zum Fenster herein. Wälder rauschten. Es schlugen die Uhren vergessene Zeit. Durch alle Spalten und Fugen sickerte Einsamkeit. Der Einsame Wer befiehlt mir die Welt? Wer frischt den verworrenen Schlaf? Wer hat um mich das öde Dorf gestellt? Mein Blick bellt machtlos Scheunen an. Es stößt der Wald herein mit wirrem Baumgeweih. Wer hat das ungerührte Feld in meinen Blick getan? Ich falle alle Wesen wild um Liebe an. Ich bin ein Wolf, der knurrend Güte girrt; ein Räuber, der nach guten Worten spürt. Mein hungrig Rufen macht ihr niemals lahm; Ihr Menschen, kirrt mein Herz mit Milde. Ich wäre gerne zahm. Wie Hyronimus im Gehäus Wie Hieronymus im Gehäus bin ich umstarrt von Gebälk, es fault mein Dach, die Tür morscht welk. Aber es schwand mir des Heiligen silberne Güte. Nicht kose ich Sträucher im Morgen, ich scheuche die Blumen vom Fenster, zerstöre das Nesselgezücht. Ich höhne den Mond, bespeie die Sterne. Vielleicht einem Hunde vergönn ich am Ofen zu ruhen. In seinen Adern rollt Blut.