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Peter Konwitschny

"Mensch, Mensch, Mensch!" ; Oper als Zentrum der Gegenwart

Andrea Welker

ISBN: 978-3-99028-436-0
28 x 24 cm, 525 Seiten, zahlr. Ill., vierfärbig, Hardcover
€ 20,00
Lieferbar

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Kurzbeschreibung

Zum 70. Geburtstag von Peter Konwitschny


Hrsg. von Andrea Welker

Mit Beiträgen von Hendrik Adler, Carmen-Maja Antoni, Hella Bartnig, Bartók Béla, Bettina Bartz, Christoph Becker, Ruth Berghaus, Helmut Brade, Beate Breidenbach, Gerhard Brunner, Ulrich Burkhardt, Annedore Cordes, Mário Vieira de Carvalho, Friedewald Degen, Thomas Delekat, Bettina Ehrhardt, Renate Fabriz-Fischer, Bernd Feuchtner, Ingo Gerlach, Ute Haferburg, Johannes Harneit, Dietrich Henschel, Werner Hintze, Siegfried Höfling, Ioan Holender, Kerstin Holm, Meisje Hummel, Hans-Joachim Irmer, Peter Jonas, Yvonne Kálmán, Frank Kämpfer, Axel Kiefer, Kitagawa Chikako, Alexander Kluge, Jörg-Michael Koerbl, Peter Konwitschny, Dieter Kranz, Reinhold Kreile, Bernd Krispin, Georg-Friedrich Kühn, William Lacey, Wolfgang Lange, Johannes Leiacker, Albert Lortzing, Hans-Joachim Maaz, Maria Gabriella Mafara, Karl Marx, Ingo Metzmacher, Gerard Mortier, Peter Mosimann, Oskar Negt, Bert Neumann, Marlis Petersen, Kirill Petrenko, Albrecht Puhlmann, Rolf Ricke, Gerd Rienäcker, Andrea Rolz, Ingolf Rosendahl, Wolfgang Scharfenberg, Hans-Joachim Schlieker, Wolfgang Schreiber, Bo Skovhus, Edward Snowden, Doris Soffel, Claus Spahn, Michael Stein, Michael Struck-Schloen, Tamura Yukie, Juliane Votteler, Helene Weigel, Alexander Weil, Andrea Welker, Hanna-Sophie Welker, Heinz Weyringer, Lothar Zagrosek, Vladimír Zvara ...



»Und wenn wir als Zuschauer dann sehen, sehen lernen, warum diese Figur einsam ist, Angst vor Berührung hat, dann entsteht eine kleine Hoffnung, dass man das verändern kann oder könnte. Konwitschny hält nämlich die Liebe nicht für einen unbefangenen Ausdruck des Egoismus, er ist auch außerstande, sich wehleidig auf sein ICH anstatt auf das zu inszenierende Stück hinauszureden; eher schon ist er gewillt, uns das größte aller denkbaren Wagnisse auf der Bühne zuzumuten: Musik als Sprache zu begreifen zur Verständigung.

Diesen Keim des Möglichen pflegt und gießt er, jätet das Unkraut um ihn herum, und wenn das Unkraut auch eine ganze Institution wäre: Er erzieht und hütet. Seine eigene Empfindsamkeit und Verletzbarkeit entwickelt sich mit dieser mühevollen Arbeit proportional bis zur Selbstaufgabe. Schutzlos ist er der Umwelt ausgeliefert, in einer Welt, die niemals ärmer an Liebe war, doch seine Schützlinge, durch musikalische Koordinaten zusammengehaltene Figuren, werden stark und schön und kräftig. Sie schweben ein wenig: Ihre Schwerelosigkeit danken sie dem Kosmischen der Musik. So werden sie freigegeben zur Bewunderung oder auch Vernichtung. Immer aber bleiben sie in Erinnerung.

Nun ist es ja ein ganz großes Glück, dass Peter Konwitschny ein humorvoller Mensch ist. Die neuen Konstellationen, die durch seine Sicht auf die Figuren entstehen, werden uns so vorgestellt, dass Konventionen noch erkennbar bleiben.

Wie Konturen eines Abziehbildes belässt er hier und da Vertrautes, und in dem Augenblick, da er es verlässt, entdecken wir durch Irritation neue Substanzen im Stück, die uns nun faszinieren. Das ist ein Moment seines Theaters, das mir Vergnügen macht und gleichzeitig eine Lehre ist. Es ist die Hohe Schule der Theaterkunst, die Konwitschny mit Bravour absolviert. Diese Fertigkeit ermöglicht ihm, den Zuschauer nie allein zu lassen, sondern immer wieder in seine Geschichte hineinzuziehen. Er gibt Einblicke ins Neue und Alte und zwinkert uns dabei zu. So hat das Neue Charme und Leichtigkeit. Die Illusionen sind weg, aber es bleibt die Hoffnung, und sei es nur für ein paar Takte…«

(Ruth Berghaus)



Wir Theaterleute können nicht auch noch dafür sorgen, dass Menschen gebildet werden - im Kindergarten, in der Schule, auf der Universität. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Aber wir sind auf diese Bildung angewiesen. Man kann die Zeile "Über allen Gipfeln ist Ruh" auch nur verstehen, wenn man gebildet ist. Um Opern oder Theaterstücke zu verstehen, muss man etwas wissen, sonst funktioniert das nicht. Aber die Verantwortung dafür können wir nicht übernehmen. (Peter Konwitschny)


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Salzburger Festspiele 2015:
ab 26. Juli 2015: Neuinszenierung »Die Eroberung von Mexico« (Musik-Theater nach Antonin Artaud von Wolfgang Rihm) unter der Regie von Peter Konwitschny (anstelle von Luc Bondy)