Warenkorb
0€ 0

Kurzbeschreibung

Rosemarie Poiarkov. Mit Ill. von Michaela Weiss


Es sind Sommerferien, als Jakob und seine Freundin Ollin, beide acht Jahre alt, eine fantastische Idee haben: Sie wollen ein Boot bauen und mit diesem auf der Donau bis zum Schwarzen Meer fahren. Und tatsächlich - bald schon befinden sich die beiden gemeinsam mit vier Erwachsenen auf einer langen Reise.

Das größte Abenteuer aber beginnt, als aus der Donau plötzlich ein riesiges, graues Etwas auftaucht, das Wasser speit: Ingxenje. Das Pottwalkind erzählt Jakob, es habe sich verirrt. Erst wundern sich die anderen noch darüber, warum Jakob Pottwalisch spricht, aber dann machen sich die sieben Freunde auf die Suche nach Ingxenjes Familie.

Und diese Suche wird sie weit über das Schwarze Meer hinausführen …


Rezensionen
Barbara Petsch: Ein Walkind in der Donau

Eine Reise an das Schwarze Meer, mit einem selbst gebauten Schiff die Donau hinunter, davon träumen Jakob und Ollin, zwei achtjährige Wiener Kinder; und wunderbarerweise gelingt es ihnen, auch die Großen dafür zu begeistern. "Vielleicht hatten die Grillen den Erwachsenen gut zugezirpt. Vielleicht hatten sie es einfach satt, Nein zu tollen Ideen sagen zu müssen." So kommt es, dass das Boot Pajarojoolju gebaut wird und zwei Kinder mit vier Erwachsenen auf große Fahrt gehen. Unterwegs treffen sie auf Ingxenje, ein Pottwalkind, das seine Familie verloren hat. Darum muss man sich kümmern. Zum Glück spricht Jakob Walisch und kann sich unterhalten. Wo sie am Ende landen, ist eine ziemliche Überraschung.

Rosemarie Poiarkovs zauberhaftes Kinderbuchdebüt wird durch die melancholisch-zarten Illustrationen von Michaela Weiss auch zu einem optischen Genuss.

(Barbara Petsch, Rezension in: Die Presse - Spectrum, 4. Juli 2015)


http://diepresse.com/home/spectrum/literatur/4769586/Wenn-Vogel-herrschen

Düsseldorfer Lesefreunde:

Es sind Sommerferien, als Jakob und seine Freundin Ollin, beide acht Jahre alt, eine fantastische Idee haben: Sie wollen ein Boot bauen und mit diesem auf der Donau bis zum Schwarzen Meer fahren. Und tatsächlich - bald schon befinden sich die beiden gemeinsam mit vier Erwachsenen auf einer langen Reise. Das größte Abenteuer aber beginnt, als aus der Donau plötzlich ein riesiges, graues Etwas auftaucht, das Wasser speit: Ingxenje. Das Pottwalkind erzählt Jakob, es habe sich verirrt. Erst wundern sich die anderen noch darüber, warum Jakob Pottwalisch spricht, aber dann machen sich die sieben Freunde auf die Suche nach Ingxenjes Familie.Und diese Suche wird sie weit über das Schwarze Meer hinausführen ...

Hier wird Fußball im Meer gespielt, Pottwalisch gelernt, Irish Stew gegessen und es tauchen so manche Schurken auf. Natürlich schafft es Jakob den Karren aus dem Dreck zu ziehen und sogar noch in die Zeitung zu kommen. Der wilde Atlantik spielt ebenso eine wichtige Rolle, denn obwohl fast niemand Jakob glaubt, dass er einen Wal zum Freund hat, lässt er sich nicht unterkriegen, da er schließlich Ingxenje davor rettet, gebraten auf einem Teller zu landen. Dieses Buch bietet also viele überzeugende Charaktere und lauter schöne Kapitel mit abwechslungsreichen Geschichten. Kurzweile ist garantiert und der Sturm wühlt dabei nicht nur das Meer auf. Jakob und Ollin haben viele tolle Ideen, über die die Erwachsenen nur staunen können - so passiert auf diesen Seite jede Menge und man kommt aus dem Staunen nicht heraus, es wartet ja nicht nur die Donau mit Fischen, Sandbänken und einer Unmenge an Ländern.

(Rezension für: lesefreunde24, [?.]7.2015)


http://lesefreunde24.npage.de/kinderbuecher/j.html

Veronika Mayer-Miedl: Sommer mit Pottwal

Die kühlen Fluten der Donau waren für uns in Ottensheim während der unerträglichen Sommerhitze ein wahrer Segen. Einen idealeren Leseort hätte ich mir für Rosemarie Poiarkovs Kinderbuchdebut „Jakob und Ingxenje“ nicht wünschen können!

Immer wieder sind Schinakl an mir vorbeigetuckert, Unternehmungslust und Abenteuerstimmung regten sich in mir. Ich hab mich gefühlt wie der achtjährige Jakob im Buch: Zu Ferienbeginn kommt ihm die Idee, ein richtiges Boot zu bauen. Er will mit seiner Freundin Ollin über den Sommer die Donau hinunterfahren, mindestens bis zum Schwarzen Meer. Was Erwachsene gern als Kindereien abtun, wird in der realitätsnahen Geschichte konkret verwirklicht. Die Mütter von Ollin und Jakob setzen mit Unterstützung eines befreundetet Pärchens den Bubentraum in die Tat um und bauen ein echtes seetaugliches Boot, die „Pajarojoolju“. Vom Wiener Strandbad an der Alten Donau starten die vier Erwachsenen und zwei Kinder los. Eine beherzte Kranführerin hilft ihnen zu Beginn auf den offenen Fluss hinaus, die geplante Fahrt ins Schwarze Meer kann beginnen. Was nicht planbar war, ist die Begegnung mit einem verirrten Pottwalkind im Donaudelta …

Von der türkischen Ägäis geht es weiter durchs Mittelmeer bis zur Straße von Gibraltar und zum Atlantischen Ozean.

Während des Lesens hab ich inständig überlegt, wem ich diese anrührende Freundschaftsgeschichte vorlesen könnte, dauernd mich danach gesehnt, einen Zuhörer oder eine Zuhörerin neben mir zu haben, um die Handlung zu unterbrechen und gemeinsam vor- und zurückzublättern zu den beiden Karten am Vorsatzpapier. Die Illustratorin Michaela Weiß begleitet den Text sanft mit ihren zarten Federzeichnungen und duftig hingehauchten Malereien in Schwarzweiß. Sie deutet manches nur an und lässt so genug Raum für fantasievolle innere Bilder, die durch die Sprache entstehen. Die beeindruckende Größe der Wale wird deutlich, die Begleitung der Gruppe durch die Möwen. Die reale Geografie der Reise hat sie präzise nachgezeichnet. Mit dem Finger auf den Landkarten folgen wir der Pajarojoolju durch die osteuropäischen Donaustaaten und entlang der südlichen Ränder Europas.

Rosemarie Poiarkov schreibt für gewöhnlich dramatische Texte und Hörspiele für Erwachsene. Einen ersten Teil der Geschichte hat sie dem Sohn einer Freundin zum siebten Geburtstag geschenkt. Der zweite Teil folgte zum neunten. Ihren persönlichen Zugang spürt man, Jakob ist uns sehr nahe. Die Autorin hat gut beobachtet und weiß, was Buben im Volksschulalter anspricht, wie sie denken und handeln. Und Wale gehören tatsächlich zu ihren Lieblingstieren!

[...]

Jakob aus Wien wird überrumpelt: Plötzlich schwimmt ihm das Waljunge Ingxenje in der Donau entgegen, mitten im süßen Wasser taucht es auf, völlig verloren und einsam. Dringend muss es wieder zurück zu seiner Familie finden. Jakob will ihm helfen und stellt dabei überrascht fest, dass er fließend Pottwalisch spricht. Es beginnt eine turbulente und ungewöhnliche Freundschaft zwischen dem riesigen Säugetier und dem Menschenjungen. Zuallererst soll das Problem mit dem im Flusswasser fehlenden Salz gelöst werden. Ollin und die anderen helfen dabei. Alltagsnahe Beschreibungen verknüpfen sich spielend mit fantastischen Elementen. Eine faszinierende Kombination!

Kinder erfahren viel über Flussschifffahrt und technische Gerätschaften wie Echolot und Sumlog, über Wasserkraftwerke, auch über die verschiedenen Sprachen entlang des Flusses. Englische Sätze kommen im zweiten Teil häufig vor, die Übersetzungen fügen sich harmonisch in die Dialoge ein. Dabei ist der Ton nie aufdringlich belehrend, was wirklich angenehm ist.

Für die Textpassagen in der Sprache der Pottwale, die mit Klick- und Pfeiflauten kommunizieren, hat sich die Autorin an afrikanischen Sprachen orientiert, in denen auch viele Klicklaute vorkommen.Sie hat sich die Schreibweise angesehen, sich für die Namen und das „Walische“ davon inspirieren lassen und danach frei erfunden. Eine Spielerei mit dem Kreativmaterial Sprache, die für neugierige Leser und Leserinnen sicher lustig aussieht, noch lustiger klingt und vielleicht sogar anregt, selbst mit Buchstaben und Klängen zu experimentieren, eine Kunstsprache zu erfinden.

„Quxklja Ingxenje gru Jaxobje“, begann Jakob. Die Kinder in der Schule bitten ihn, sein Ferienerlebnis auf Walisch zu erzählen, doch Jakob plagt die Sehnsucht nach seinem großen Freund und er verliert bald das Interesse. „Krxkl pfff ächzlam quiquix.“

Wie es im zweiten Teil nach einer Pause von zwei Jahren ein Wiedersehen mit Ingxenje vor der Westküste Irlands gibt, mit Walen Fußball im Meer gespielt wird, der riesenhafte rothaarige Kapitän Flann vielleicht Jakobs Sehnsucht nach einer väterlichen Bezugsperson erfüllt – zumindest wird seine zarte Liebe zu Jakobs Mutter angedeutet – das alles ergibt ein so feines, herzerwärmendes Happy-End, dass ich dem Buch nur möglichst viele (Vor-)Leser und Leserinnen wünschen kann!

[...]

(Veronika Mayer-Miedl, Rezension im Blog von: Welt der Frau. Die österreichische Frauenzeitschrift, 27. August 2015)


http://www.welt-der-frau.at/themen/welt-der-frau-bloggt/kinderbuch-kaleidoskop/sommer-mit-pottwal/

Mathias Ziegler: Ein Pottwal in der Donau

Es sind Sommerferien, und Jakob und seine Freundin Ollin beschließen, ein Boot zu bauen, um damit richtig weit zu fahren. Nicht nur durch die Alte Donau wollen sie paddeln, sondern bis ins Schwarze Meer möchten sie schippern. Schnell können sie auch ihre Eltern und weitere Erwachsene dafür begeistern, und so schrauben sie bald alle gemeinsam an ihrem Boot, das sie "Pajarojoolju" taufen – mit Kindersekt, versteht sich. Doch dann treffen Jakob und seine Crew auf ihrer Fahrt auf den jungen Pottwal Ingxenje, der sich auf der Flucht vor Walfängern vom Ozean in die Donau verirrt hat. Ein ungewöhnliches Abenteuer beginnt, denn Jakob ist der Einzige, der die Sprache des Wales versteht.

Rosemarie Poiarkows Buch zeichnet sich durch eine klare und leicht verständliche Sprache und kurze Kapitel aus, außerdem durch überzeugende Charaktere und abwechslungsreiche Geschichten rund um Jakob, Ollin, die vier Erwachsenen und natürlich das Walkind Ingxenje (die Sache mit den Pottwalen im Schwarzen Meer, wohin die Donau ja mündet, lassen wir einfach einmal außer Acht). Ein zauberhaftes Kinderbuch, das auch Erwachsene lesen können, aufgewertet durch sehr melancholische Illustrationen von Michaela Weiss.

(Mathias Ziegler, Rezension in: Wiener Zeitung, 5.10.2015)


http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/bildung/buechertipps/778451_Ein-Pottwal-in-der-Donau.html

Sigrid Tinz:

Sommerferien! Die Freunde Jakob und Ollin, beide acht, freuen sich schon: Sie wollen ein Boot bauen und damit dann auf der Donau bis zum Schwarzen Meer fahren. Und weil Mütter und Freunde mit anpacken, wird aus dieser fantastischen Idee Realität: sie schippern los und treffen kurz vor dem Ziel ein verirrtes Pottwalkind, das wieder aufs offene Meer hinaus will, ja muss und soll. Die eigentliche Reise und das wirkliche Abenteuer fangen da also erst an.

So wie alles im Buch passiert, wird es im wahren Leben nie passieren, aber es sind nur ganz kleine Nuancen und es hätte doch alles irgendwie so passiert sein können.

Dass sich zwei Kinder Jakob und Ollin ausdenken, in den Sommerferien ein Boot zu bauen und damit die Donau bis ans Ende, bis ans Schwarze Meer zu schippern absolut möglich. Dass die Erwachsenen die beiden Mütter und deren kinderlose Freundin samt boots-erfahrenem Mann mitmachen: eher unwahrscheinlich, aber warum nicht? Verlängerten Urlaub nehmen, Geld, Material, Knowhow und Helfer organisieren, das Boot bauen, packen und losfahren. Dass sie es dann die Donau runter schaffen bis ins Delta klar. Dass dort ein junger Pottwal herumirrt, könnte doch durchaus passieren. Dass Jakob die pottwalische Sprache versteht und die beiden sich anfreunden das ist sehr unwahrscheinlich, aber nur so konkret, wie die Spiele und die Gespräche der beiden geschildert werden. Dass ein Junge und ein Tier eine Beziehung und ein Gespür für einander haben, ist absolut möglich. Es gibt Hundeflüsterer, Pferdeflüsterer warum also nicht auch Walflüsterer?

Und das macht die Faszination dieses Buches aus: ein Abenteuer ganz knapp unter der Oberfläche der Realität und darum sehr lebensecht.

Als Ingxenje auftaucht beginnt das Abenteuer erst richtig: der kleine Wal muss wieder ins große Meer, zu seiner Familie und zu seiner Mama. Und die Mannschaft an Bord will ihn dorthin führen. Das Schiff fährt voran durch den Bosporus, das Maramarameer, die Dardannellen bis nach Gibraltar. Sie fahren nachts und heimlich, denn Jakob, Ollin und die vier Erwachsenen haben keine Papiere für all die Ländern und außerdem ist die Gefahr groß, dass der Wal entdeckt und gefangen wird. So schwimmt das Fantastische wieder ganz nah an der Oberfläche der heutigen Realität.

Die Bilder sind ähnlich: lebensecht und doch träumerisch, ganzseitig bis sehr klein, immer schwarz-weiß, fast immer mit Ingxenje, dem kleinen Pottwal.

Es geht gut aus, der Wal erreicht den Atlantik, die Abenteurer kehren nach Wien zurück.

Und es geht noch weiter: Jakob geht wieder zur Schule und der Plan, im nächsten Jahr am gleichen Ort den Wal wieder zu treffen, zerschlägt sich, die Eltern wollen ruhigen Urlaub. Und er geht wieder ein Jahr zur Schule, wird älter, er denkt wenig an Ingxenje, weil keiner mehr seine Wal-Geschichten hören will und weil anderes wichtiger wird: Sammelkarten, Kumpels, Sport, Lernen für die Schule. Dann kommt der nächste Sommer, in die Ferien geht es nach Irland und dort treffen sie tatsächlich Ingxenje wieder und die Geschichte, die doch eigentlich schon zwei Jahre vorher zu Ende hätte sein können, wird auf einmal doch noch runder als sie vorher schien. Der irische Skipper, der mit ihnen aufs Meer hinausfährt und die Wale sucht, war ein eben solches Walkind wie Jakob und trifft dabei seinen Wal wieder und dann ist die Geschichte wirklich zu Ende.

All das ist eingebettet in viele lebenskluge und lustige Dialoge , erzählt mit feinem Humor, der wenig konstruiert wirkt, sondern sich aus der genauen Beobachtung und Beschreibung der Charaktere und Situationen wie von selbst ergibt. Dazu viel Sprache: das Wienerisch und die entzückenden Austriazismen, die durchklingen, und auch die Sprache der vielen bereisten Länder kommt immer wieder vor. Und das Pottwalisch das beim Vorlesen leider ein bisschen als Stolperstein wirkt, genau wie Ingxenje oder der Name des Schiffes zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben der Protagonisten, was eine nette Idee ist, aber für den man beim Vorlesen jedes Mal neuen Anlauf nehmen muss.

Fazit

Typische Familien von heute, total patent, pragmatisch und zupackend bauen ein Boot und erleben ein fantastisches und eigentlich unmögliches Abenteuer, nämlich zusammen mit einem Pottwal das offene Meer zu suchen und zu finden und alles wirkt gleichzeitig authentisch und alltäglich. Jakob und Ingxenje ist kein Kinderbuch nach Strickmuster und von der Stange und an manchen Stellen wäre drüber polieren vielleicht noch gut gewesen, damit es rundum vollkommen glänzt aber ein Geschichten-Goldstück ist es trotzdem.

(Sigrid Tinz, Rezension für Kinderbuch-Couch.de, [1. September 2017])


http://www.kinderbuch-couch.de/poiarkov-rosemarie-jakob-und-ingxenje.html