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Kurzbeschreibung

Mit diesem spannenden Krimi setzt der Autor seine ironischen Beobachtungen typisch menschlicher Verhaltensweisen fort, wobei wiederum das Mühlviertel zum zentralen Schauplatz wird.

Mord in den besseren Kreisen einer Mühlviertler Kleinstadt. (DR)

Die Bevölkerung von Perg bekommt innerhalb weniger Tage Gesprächsstoff für Jahre: Erik, ein pensionierter Finanzbeamter, wurde in seiner Badewanne ermordet. Mit einem einzigen Hieb auf den Kopf erschlagen. Wenige Tage später findet ein Liebespärchen in einer abgelegenen Waldhütte einen toten Bauunternehmer - mit einer Hacke erschlagen. Kommissar Dörr aus Linz hat es mit den Ermittlungen nicht leicht, denn die Familien und Freunde der Toten geben sich sehr zugeknöpft und sind nicht bereit zur Kooperation, was wiederum Dörr in seinem Gefühl bestärkt, dass diese beiden Mordfälle irgendwie zusammenhängen. Er hat herausgefunden, dass in diesem Waldhaus wilde Partys gefeiert wurden, und so setzt er seine Hoffnung auf jene noch zu ermittelnden Damen, die mit von der Partie waren. Bei diesen Recherchen springt ihm der Fall der jungen Betty ins Auge, die in Perg vor Jahren Selbstmord beging, wobei die Gründe nie wirklich eruiert werden konnten, nur die Gerüchte sprechen von Vergewaltigung. Dörr arbeitet sich immer tiefer in die morbide Scheinwelt der Oberschicht hinein, die Lösung aber liefert diese ungewollt selber durch Hass, Gier und Neid.

Der Autor, selber aus dem Mühlviertel, vermittelt sehr glaubhaft die Beschaulichkeit der Provinzgesellschaft, hinter deren gutbürgerlicher Fassade sich die menschlichen Abgründe verbergen. Der schmale Band mit nur gut 100 Seiten ist eine erquickliche Lektüre und auch für Krimi-Abstinenzler empfehlenswert.

*bn* Hertwiga Kröss

Quelle: bn.bibliotheksnachrichten

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Der Perger Autor, mittlerweile hervorgetreten schon durch zahlreiche Lesungen in Oberösterreich und Wien, gibt wie­der kräftige Lebenszeichen. Kurz, nachdem er bei Richard Pils, in der Bibliothek der Provinz, seinen zweiten Band humoristisch-satirischer Betrachtungen, betitelt „Wer ist Franz?", herausgebracht hat, kam es zur glücklichen Geburt seines Erstlings-Krimis, „Das Waldhaus". Das Buch wurde in einer repräsentativen Wiener ORF-Veranstaltung, mit pia­nistischer Umrahmung von Prof. Derndorfer, vorgestellt. Dieser Typus von Kriminalroman fügt sich ziemlich genau in das Genre einer Erfindungs- und Erzählweise ein, die ihre Plots aus der unmittelbaren Ortsumgebung und Landschaft eines Autors oder einer Autorin nimmt. In diesem Fall ist das, sowohl bei den Satiren als auch bei der Krimi-Produktion, das Untere Mühlviertel, von der Perger bis in die Greiner Gegend.
„Wer ist Franz?" maskiert in dem besagten Personen­namen den Autor selbst oder eine ihm durch und durch ver­traute Modellfigur, in der auch der Leser manche Wesenszüge von sich selbst wiederentdecken könnte. Es geht in diesem Buch um das Durchschauen eigener Ängste und Heimsuchungen,was seinerseits wieder dem illusionslosen Beobach­ten von Umwelt­figuren gegenü­bergestellt wird. Die Sammelbezeichnung „Satiren" entbehrt zwar der Schärfe römisch-griechischer Vorbilder der Antike, die dem Autor, einem geschul­ten Altphilolo­gen, der sich aus dem Linzer Akademischen Gymnasium zum humanisti­schen Lehrer weiterent­wickelt hat, von Jugend her ver­traut sind.

Sein schreiberischer Eigenwuchs geht aber eher in die Richtung eines stillen Gedankenmachers in der unausgeschöpften Tiefe der eigenen geistigen Provinz ( dies Wort freilich in Goetheschem Sinn genommen!). Aus mitunter schmerzlichen Erfahrungen der Unzulänglichkeit, in sich selbst und um sich herum, schöpft dieser Schreiber seinen humoristischen Mut. Das beschert ihm sogar Augenblicke des Für-sich selber-Still-Vergnügtseins.

Wie intensiv Ernst Reinhard Schöggl bei der literarischen Arbeit ist, geht aus den jüngsten Auskünften des Autors klar hervor:

Eine romanhaft angelegte autobiographische Rückbetrach­tung seiner Linzer Schul- und Internatszeit, in der auch das Akademische Gymnasium, das er absolvierte, eine ent­scheidende Rolle spielt, liegt unter dem Titel „Das Juvenat" noch ungedruckt vor. Ein dritter Band seiner pointierten Prosa-Skizzen, betitelt, „Satyresken", „vom Wolf im Katzenpelz", einem Außenseiterschicksal, ist gleichfalls, für die „Bibliothek der Provinz", druckreif gediehen. Und nach dem bereits zitierten Krimi-Titel „Das Waldhaus" ist ein wei­terer Kriminalroman schon weit fortgeschritten in der Finalisierung. Dieser Text kreist um die literarische Erfahrungswelt von August Strindberg in der kurzfristigen Wahlheimat Grein und Saxen. Auch erzählerische Versatz­stücke mit Linzer und Adalbert-Stifterschem Lokalkolorit umkleiden das Unzulängliche und Abgründige menschli­cher Gegenwart.

Peter Kraft

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Geschichten aus dem wil­den Mühlviertel präsentierte am Donnerstag der Per­ger Autor Ernst Reinhard Schöggl bei Thalia in Linz. Auf Einladung der Buchhandlung und der Rundschau las er aus seinem Krimi „Das Waldhaus", musikalisch begleitet wurde er dabei von Max Derndorfer auf dem E-Piano. Schöggl lässt in seinem Buch einen Finanzbe­amten und einen Baumeister sterben, was am Schauplatz Perg große Aufregung verur­sacht. Der Linzer Kommissar Dörr ermittelt in der Mühlviert-ler Gesellschaft, in der allerlei verdächtige Figuren auftau­chen, die sich schließlich ge­genseitig ans Messer liefern.

Besonders reizvoll an Ernst Reinhard Schöggls Geschichte sind die vielen Bezüge auf das Mühlviertel und Linz, wie zum Beispiel auf den Pöstlingberg und das Stifterhaus. Die satiri­schen Bemerkungen in Bezug auf die Arbeit der Polizei -Schöggl hat selbst an der Poli­zeischule Bad Kreuzen Deutsch unterrichtet - ma­chen „Das Waldhaus" zu ei­nem Buch, bei dessen Lektüre es auch einiges zu lachen gibt. „Das Waldhaus" ist der erste Teil der Trilogie „Die rote Reihe", der zweite Teil trägt den Titel „Mit Strindberg zur Hölle", erscheint im April und spielt in der Gegend um die Klam-Schlucht und in Saxen. Ernst Reinhard Schöggl bot auch auf diesen Roman einen Vorgeschmack, ebenso auf den dritten Teil „Die Wende­rin", der 2009 erscheinen wird. Als Zugabe hörten die Gäste noch die witzige Kurzge­schichte „Wenn's kribbelt" über eine ungewöhnliche Lie­be, die mit einer stürmischen Begegnung auf einem Amei­senhaufen beginnt.

Sonntags Rundschau, Februar 2008