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Kurzbeschreibung

Für den Grafiker und Maler, der heute (noch/wieder) mit traditionellen Werkmitteln arbeitet, ist die Auseinandersetzung mit den Medien unausweichlich. Dies akzeptiert er illusionslos. Denn BILD ist längst nicht nur das (Geschichte gewordene) Tafelbild, sondern (auch) das technogene Bild: Photo, Film, Fernsehen, Video und das digitale Bild einer computersimulierten virtual reality. Das Nebeneinander historischer und brandneuer Bild-Phänomene entspricht der Physionomie des postmodernen Pluralismus. Dessen Kritiker monieren, dass die modische Beliebigkeit des anything goes nichts als ein perfider Euphemismus sei, rasch zur Hand, wenn es gelte, das Innovative zu unterdrücken. Ehedem hinauskomplimentiertes, weil überlebtes Handwerk kehre im Zeichen geschmäcklerischer Nostalgie flugs durch die Hintertür zurück. Video- und Computersimulation als einzig legitime, weil allein gegenwartsnahe und zukunftsträchtige Kunst? Nach Augustinus ist Gegenwart nichts eindeutig Fixierbares, sondern ein Zusammengesetztes aus Vergangenheit, Zukunft und dem dazwischenliegenden Augenblick. »Weder die Zukunft noch die Vergangenheit ist, und nicht eigentlich lässt sich sagen: Zeiten sind drei – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Vielmehr sollte man genauso genommen sagen: Zeiten sind drei – eine Gegenwart von Vergangenem, eine Gegenwart von Gegenwärtigem und eine Gegenwart von Künftigem. Denn es sind diese Zeiten als eine Art Dreiheit in der Seele, und anderswo sehe ich sie nicht. Und zwar ist Gegenwart von Vergangenem, nämlich Erinnerung, Gegenwart von Gegenwärtigem, nämlich Augenschein, und Gegenwart von Künftigem, nämlich Erwartung.« (Bekenntnisse, 11. Buch.)