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Kurzbeschreibung

Der Beobachter beobachtet die Landschaft, aber er beobachtet auch sich selbst beim Beobachten, er versucht sich zu ergründen, als Metabeobachter, als Beobachter zweiten Grades. Er verdoppelt sich, vervielfacht sich, um mit sich eins zu werden. Er setzt sich hinein in die Landschaft, versucht Person und Identität aus ihr heraus zu verstehen, nicht als Geste der Selbststilisierung, sondern auf der Suche nach dem Bleibenden. Man vertreibt sich in dieser Landschaft die Zeit, indem man, auf die eine oder andere Weise, Geschichten erzählt: von Werkzeugen und Dachgiebeln, von Menschen und Bergen, von Kirchen und Scheunen, von Heiligen und Säufern, von abgerissenen und geretteten Häusern. Die Geschichten bergen in sich eine Ehrfurcht: vor dem abgetretenen Fußboden, vor der zerbrochenen Glasscheibe, vor der alten Kachel. Vor den Dingen, welche der Marktgesellschaft minderwertig geworden sind. Es ist ein Denken in Kontinuitäten, nicht in Dynamiken; in Verlässlichkeit, nicht in Verwertbarkeit; in einer Ruhe, die unerschütterlich dem brüllenden Triumph der Events widersteht; in einer Nähe zur Armut, die nicht bloß als verächtlich abgetan wird; ein widerborstiges und hartnäckiges Denken; eine Vernunft, welche die Absurdität der Großmaschinerie unterläuft. Ohne Geschichten ist man nicht daheim: Eine Heimstatt schafft man sich nicht durch die Unterzeichnung eines Kaufvertrages, man muss sie sich aneignen. In der Heimat ist man von Dingen und Menschen umgeben, die ihre Geschichte haben. Deren Geschichten man erzählen kann. Man ist Erbe und wird weitergeben, von Leben zu Leben.