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Laxenburg

Juwel vor den Toren Wiens ; [eine Ortschronik der Marktgemeinde Laxenburg]

Elisabeth Springer

ISBN: 978-3-99028-193-2
32 x 24 cm, 612 S., zahlr. Ill.: vierf., graph. Darst., Kt., Notenbeisp.
€ 48,00
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Kurzbeschreibung

Autorinnen und Autor: Elisabeth Springer, Barbara Hafner-Düringer, Margarete Platt und Michael Heidenreich. Red.: Barbara Formann


Vor 25 Jahren wurde im Rahmen des 600-Jahre-Jubiläums der Markterhebung bereits ein erstes Heimatbuch von der Marktgemeinde Laxenburg und der Ortshistorikerin Dr. Elisabeth Springer herausgegeben. Ein schmaler Band mit Schwarzweißbildern, dessen Auflage in den folgenden Jahren rasch zur Gänze verkauft wurde.

Bereits 2006 beschloss der Gemeinderat auf Initiative von Bürgermeister Ing. Robert Dienst deshalb eine Neuauflage des Werkes. Doch mit einer einfachen Ergänzung der letzten 25 Jahre wollte sich die damit erneut beauftragte Dr. Elisabeth Springer nicht zufrieden geben. Waren doch in der Zwischenzeit neue Forschungsergebnisse aufgetaucht, verschollen geglaubte Archive gerettet und durch interdisziplinäre Arbeiten gänzlich neue Erkenntnisse über die Herrschaft Laxenburg gewonnen worden.

Um dem eigenen Qualitätsanspruch und dem so geliebten Forschungsgegenstand gerecht zu werden, entschloss man sich, wissenschaftliche Verstärkung zu suchen, und fand sie direkt in der Heimatgemeinde. Mag. Barbara Hafner-Düringer, seit Jahren mit den Habsburgern ab 1900 in Laxenburg beschäftigt, kümmerte sich von da an um die letzten 120 Jahre - in aufwendigen Interviews mit Zeitzeugen, mit akribischer Quellenforschung und bei der Sichtung unzähliger Privatarchive, was diesem Buch zu einem reichhaltigen und bisher noch nicht zusammengetragenen Erinnerungsschatz verholfen hat. Ihr zur Seite stand bald auch GfGR Ing. Michael Heidenreich und unterstützte die Recherchearbeiten - im Besonderen bezüglich der Karten, Wasserläufe und Schleusen und aller militärischen Themen des turbulenten letzten Jahrhunderts.

Um das sich gegenseitig bereits so inspirierende Autorenteam vollständig zu machen, wurde zuletzt noch die Perchtoldsdorfer Germanistin Mag. Margarete Platt dafür gewonnen, sich der Laxenburger Flurnamenforschung zu widmen, weiteren bis dahin noch nicht betrachteten Zeugen der abwechslungsreichen Geschichte der ehemaligen Kaiserresidenz.


Rezensionen
Herwig Weigl:

Der monumentale, schön produzierte Band, eher ein Lesepult- als ein Coffee-table-Buch, folgt im Grunde dem traditionellen Ortsgeschichten-Format von der Jungsteinzeit bis zur Freiwilligen Feuerwehr und den ansässigen Vereinen, wobei im Nebeneinander von Seniorenbund und Pensionistenverband, den beiden langjährigen Großparteien zugeordnet, österreichische Normalität zu Tage tritt. Das Besondere an Laxenburg ist, dass es ab dem Spätmittelalter ein habsburgischer Landsitz war und durch drei Schlossanlagen dominiert wird: das im Kern spätmittelalterliche Alte Schloss, eine weitläufige Barockanlage und schließlich die Franzensburg, eine Mittelalterphantasie des frühen 19. Jahrhunderts in einem englischen Landschaftspark. Unter der Federführung der langjährigen Archivarin am HHStA Elisabeth Springer wurde hier seriöse Arbeit geleistet und viel ungedrucktes Material ausgewertet. Der Verlag hat keine Angst vor Fußnoten auf den richtigen Seiten.

Im chronologischen Fortgang wird die Geschichte der fürstlichen Bauten, des Ortes und der Pfarre erzählt und erreicht nach etwa 100 Seiten bereits das 18. Jahrhundert. Themen sind die Bau- und Besitzgeschichte, Landschaftsgestaltung für fürstliche Bedürfnisse, das Leben am Hof und in der kleinen Gemeinde, die Verwaltung beider, aber auch die Einbindung in die politische Geschichte und die Entwicklung des Umlandes. Mit dem Ende der Monarchie – etwa in der Mitte des Bandes – verschwindet der Hof, und der kleine Ort und seine Bevölkerung treten in den Mittelpunkt, doch die Frage nach dem Umgang mit den Prachtbauten stellte sich sofort und noch lange. Nicht nur der Zeit russischer Besatzung, sondern auch den in Ortsgeschichten nicht immer betonten vorangehenden Jahren ist hier reichlich Platz gewidmet. Lexikalische Information zu ausgewählten Themen, Personenlisten und die „Richtigstellung von verbreiteten Irrtümern“ runden den Band ab.

Bei den zahlreichen Bildern dürfen geschönte Ansichten des Ortes und seiner Honoratioren nicht fehlen; viele gehen aber darüber hinaus, wenn sie Schriftquellen von Urkunden bis zum Fahrschein, Baupläne oder Landkarten zeigen. Auf den gemalten, gestochenen oder fotografierten historischen Ansichten begegnet man der Hofgesellschaft der späten Monarchie, Potentaten auf Staatsbesuch, Kreuzschwestern, Gemeinderäten, Schulklassen, NS-Uniformierten und abgerissenen französischen Kriegsgefangenen. Andere Bilder, darunter die ernüchternde Serie von Ansichten der verwahrlosten Bauten nach dem Zweiten Weltkrieg, dokumentieren den Baubestand, während moderne Farbfotos noch von Prosperität erzählen. Die Laxenburger Orts- und Schlössergeschichte kann sich jedenfalls sehen lassen.

(Herwig Weigl, Rezension in: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 123, 2015, S. 287 f.)