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Kurzbeschreibung

[Red.: Ulrike Barcatta und Gianni Bodini. Hrsg.: Hans Wielander ...]


Wein ist anerkannterweise ein Kulturgut des Abendlandes. Dennoch ist die Entstehung der Rebsorten und die Nutzung des Rebensaftes durch den Menschen immer noch nicht abschließend geklärt. Von den weltweit ungefähr 10000 Rebsorten werden nur 1368 zur kommerziellen Weinherstellung genutzt. Da die meisten Sorten von der wilden Weinrebe "Vitis vinifera" abstammen, die bereits vor einigen Tausend Jahren domestiziert wurde, und nur ein kleiner Prozentsatz auf andere Spezies zurückgeht, die in den letzten Jahrhunderten vor allem in Nordamerika gezüchtet wurden, gilt ihr die Aufmerksamtkeit der Forschung.

Onoarchäologen zufolge wurde ihre berauschende Wirkung zufällig von Steinzeitmenschen entdeckt. Allerdings ist es kaum denkbar, dass die "Steinzeitwinzer" eine systematische Befruchtung weiblicher Blüten mit männlichen vorgenommen haben. Man nimmt daher an, dass sie sich bei der Kultivierung auf den kleinen Prozentsatz (2 - 3 %) der Subspezies "silvestris" gestützt haben, die zwittrig ist, d.h. sowohl männliche als auch weibliche Blüten besitzt, und sich selbst befruchtet. Durch Selektion kam es dann in Jahrtausenden zu einer Rebe mit größeren Blütenständen und Beeren, die einen höheren Zuckergehalt und ein besseres Aroma erzielen.

Wo genau dies geschah beziehungsweise wo die "Wiege" des Weinbaus stand, ist umstritten. Einig sind sich die Forscher, dass die Ursprünge des Weinbaus (wobei sie sich auf die Kultivierung von Rebsorten und die Weinherstellung beziehen) im sogenannten "fruchtbaren Weindreieck" liegen, dem Hochland zwischen Taurusgebirge (Osttürkei), dem nördlichen Zagrosgebirge (Westiran) und dem Kaukasus (Georgien, Armenien und Aserbaidschan).