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Kurzbeschreibung

1. Zur Psychologie der Schimpfwörter


Schelten liegen im Gefühlsbereich, kommen „aus dem Bauch" und entziehen sich der Kontrolle durch den Verstand, daher auch weitgehend einer klaren Definition. Sie zeigen Anschaulichkeit, Bösartigkeit, Humor und schöpferische Kraft der Mundart bzw. ihrer Sprecher. Ver¬wandte sind der Fluch, dem allerdings ein Adressat fehlt, Neck- und Spottwörter, aber auch die individuell geprägten Spitznamen. In der Literatur wird zwischen Rüge- und Schimpfwörtern unterschieden,* wobei die Übergänge fließend sind.


Die Beschimpfung ist eine verbale Aggression und stellt den Endpunkt einer dreigliedrigen Kausalkette dar. An deren Beginn steht die Frustration, die als Ergebnis einer Enttäuschung und Zurücksetzung durch erzwungenen Verzicht oder Versagung von Befriedigung definiert wird. Der Betreffende kommt zur Überzeugung, daß er in Ansehen, Ehre oder Würde verletzt bzw. ungerecht behandelt wurde. Als zweites Glied dieser Kette folgt ein Erregungszustand, der Affekt, wobei sich je nach Person und Ursache Furcht, Haß, Wut oder Zorn einstellen, die in körperlichen Anzeichen wie Erröten, Schweißab¬sonderung, Zittern sichtbar werden. Wegen der Selbsterhaltung und Selbstbehauptung setzt hierauf der Angriff, die Aggression, ein, die sich neben der verbalen Komponente, eben der Beschimpfung, auch in Gestik und Mimik äußert. Bei entsprechendem Temperament der Kontrahenten kann auch ein tätlicher Angriff folgen, was heutzutage mit Sicherheit vor dem Richter endet. Aber selbst die Beschimpfung allein hat als Verbalinjurie bei einer Anzeige rechtliche Folgen, worüber in diversen Berichten vom „Heiteren Bezirksgericht" zu lesen ist. Trotzdem haben Fluch und Schelte als Handlungsersatz eine wichtige soziale Funktion.


Wie oben erwähnt, lassen sich die Schimpfwörter in Bezug auf ihre Bedeutung nicht festnageln. Man kann sogar behaupten, daß jedes aggressiv verwendete Wort zum Schimpfwort wird. Der Ton macht eben auch hier die Musik. Betonung und Lautstärke, aber auch Gesichtsausdruck, Körperhaltung etc. haben einen wesentlichen Einfluß auf den Wirkungsgrad des Wortes. Aber ebenso spielt die „Garnierung" eine Rolle. Man kann das Gegenüber einfach „Tepp" heißen, man kann auch „du Tepp", „du Tepp, du blöder" oder gar „du bist da größte Tepp, den i kenn" sagen. Schon eine Kombination von Schelten mit negativ besetzten Adjektiva wie blöd, faul, feig, frech, läppisch etc. ergibt ungeahnte Möglichkeiten...


Abgschmach, m, schlechter Geschmack


Abnam, m, Schimpf-, Spitz-, Spottname, mhd äname: Spitzname; JE 27


Abpasch, w, l. schlechter Ruf, 2. schlechte Wirtschaft; „er is en A. kommen" Afelklo (ä),/ Bein, Fuß; eig. Afterklaue von Rindern; „tue deine A. weg", mhd klä(we), klouwe, klö: Klaue, >


Betonstampfer


Äff, m, Rausch, mhd äffe; JE 20 >Bäli


Affenlieb,/ übertriebene Mutterliebe


Affenzirkus, m, Durcheinander, Umständlichkeit >


Bändeläch


Altweibergfähr,/n, dummes, unnützes Gerede alter Frauen > Baberläch


Amischliten, m, großer, amerikanischer Personenkraftwagen > Baurnerbuick


Angehendes, n. Ärger, Schwierigkeit, Unglück, mhd *an-gendes:


in einem fort; UK21 angehend:


lästig, ruhestörend; JE 28, >An-terwerek > Kreuz Arschgsicht, n, ausdrucksloses, häßliches Gesicht > Braitpäppen


Arschleiden, n, Schwierigkeit > Eck


Arschrübeler, m, Pferd mit der schlechten Gewohnheit, sich die Schwanzhaare wegen Läusen, Unreinlichkeit


wegzureiben /


Schwaifrübeler


Arschwerek, n, Gerumpel; minderwertiges, wertloses Zeug > Bemmerl


Aufmär, f, Gerücht, Lüge > Gred(er)äch


Aufsitzer, m, Fopperei, zweideutiger Witz, Übertölpelung, Ho 72,


Ausgsuechäch, n, schäbiger Rest / Zsammgsuechäch