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Kurzbeschreibung

EIN KULTURDENKMAL


beinahe wäre ein Kulturdenkmal zerfallen. Der Regen hatte begonnen, das Dach zu zersetzen und die Mauern zu zermürben. Von den Fensterrahmen war zuerst der Lack, dann stellenweise der Kitt abgesprungen.


Das Wetter lockert die Scheiben so langsam, daß niemand von Absischt spricht.


Durch zerschlagene schlecht verbarrikadierte Fenster ging Wind ein und aus, blies Feuchtigkeit und rauhe Witterungen ins Innere. Vom Verputz fielen gezackte Platten herab. Aus den Hohlkehlen unter dem vorspringenden Dach lösten sich Brocken und gaben das Gerippe des Dachstuhles frei.


So trieb das Gebäude ganz allmählich jenem unbestimmten Grenzbereich zu, jenseits dessen man von einer Ruine zu sprechen beginnt.


Erblickte man das Schloß an klaren Herbsttagen, wenn durch das schütter gewordene Laub der Bäume und Büsche Flecken von Kaisergelb aufleuchteten, dann dachte man; das sind vielleicht letzte Zeichen, mit denen das Gebäude sich auf Nimmerwiedersehen verabschiedet. Das langwierige Sterben der Bauten ist auf andere Weise eindrucksvoll als der Tod ihrer Bewohner. Wenn sie zu einer ausgeprägten, einstmals dominierenden Gattung gehören, die keinen Nachwuchs meher hervorbringt, vermeint man, alles langsame Verbleichen und Aussterben in der rauhen Witterung des Weltraumes vor sich zu sehen, vom Schrumpfen der ehemals glatten Haut und der prallen Gefäße bis zu den letzten Lebensspuren eines Planeten.


Und man weiß: Hier verliert sich ein Unikum. das nirgens und niemals wieder auftauchen kann.