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Kurzbeschreibung


Natürlich starb ich eines Tages.
Mein Herrchen,
seine Freunde, alle kamen,
um von mir Abschied
zu nehmen.

Sie hatten dicke Tränen
in ihren Augen,
als sie auf mich herabsahen,
wie ich da lag,
unter den Blumen begraben.

Wo sollte ich nun
hingehen?

Niemand gab mir
eine Antwort.

Ich wusste nur eines:
Ich war jetzt tot
und ich war unsichtbar
geworden.

Nun gut. Aber wo
sollte ich jetzt hingehen?

Einmal hatte ich gehört,
dass wir nach dem Tod
zu Engeln werden.

Und tatsächlich:
Ich spürte ein Paar
weiße Flügel
auf meinem Rücken.
Aber sie waren zu klein,
um damint zu fliegen.

Also ging ich,
ohne Ziel,
einfach zu Fuß los.




Rezensionen
Claudia Theiner: Erde, Himmel, Engel

Der Hund ist nicht mehr Hund. Ihm sind zwei kleine Flügel gewachsen, er entschwebt in den endlos blauen Himmel, durch die Atmosphäre ins Mondlicht. Er trägt den Traum in sich, ein Engel zu werden. Um sich dem schwierigen Thema Tod zu nähern, verfremdet Yoshikazu Ikeya in "So wurde ich ein Engel" die Situation, sie lässt den Hund selbst erzählen und jongliert zwischen phantasievoller Distanz und berührender Einfühlung. In den Bildern verwendet sie viel helles und dunkles Blau, ein einzigartig fernes Blau, aber auch erdiges Braun und vielversprechendes Weiß - des Mutes und Trostes.

(Claudia Theiner, Rezension in: ff. Das Südtiroler Wochenmagazin, 5. Dezember 2013)