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Wien – Technik – Kultur

Erkundungen zum Verhältnis von Technik, Kunst und Kultur in Wien anlässlich der Verleihung des Titels Ehrensenator der Technischen Universität Wien an Universitätsprofessor Dr. Hubert Christian Ehalt

Peter Skalicky, Hubert Christian Ehalt

ISBN: 978-3-85252-717-8
21 x 15 cm, 238 S., Ill.
€ 25,00
Lieferbar

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Kurzbeschreibung

Peter Skalicky (Hg.)

Mit Beiträgen von: Gerald Badurek, Ernst Gerhard Eder, Hubert Christian Ehalt, Ulrich Gansert, Wolfgang Greisenegger, Michael Häupl, Hans Kaiser, Peter Kampits, Helmut Konrad, Hermann Knoflacher, Michael Mitterauer, Herbert Pietschmann, Marianne Popp, Siegfried Sellitsch, Wendelin Schmidt-Dengler, Peter Skalicky, Rudolf Taschner, Edwin Vanecek, Ina Wagner, Verena Winiwarter, Anton Zeilinger

Hubert Christian Ehalt (Universitätsprofessor an der Universität Wien) wird im Vorfeld und im Kontext dieses Buches besonders hervorgehoben und gewürdigt (Verleihung des Titels Ehrensenator der Technischen Universität Wien).


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Geleitwort: Technik und Kultur in Wien. Geschichte, Akteure, Perspektiven

Die Technische Universität Wien steht mit der Stadt Wien, ihrer Regierung und Verwaltung in einer ausgezeichneten Beziehung. Der Wiener Bürgermeister Dr. Michael Häupl – selbst Naturwissenschafter – hat Wissenschaft und Forschung in der Bundeshauptstadt in Gestalt von Instituten, Projekten, Initiativen und ausgezeichneten Forscherinnen und Forschern mit vielfältigen Förderungsinstrumenten unterstützt. Das Verhältnis zwischen der Stadt und den Universitäten hat sich insbesondere in den letzten 10 Jahren ausgezeichnet entwickelt und ist heute ebenso produktiv wie harmonisch und kreativ. Der Wiener Bürgermeister hat in seinem für die Förderung von Wissenschaft in Wien verantwortlichen Beamten Univ.-Prof. Dr. Ehalt einen kongenialen Mitarbeiter, der mit uns tragfähige Brücken zwischen der Technischen Universität und der Stadt in die Zukunft baut. Das kulturelle Leben Wiens wurde durch die schönen Künste, die kritischen Kulturwissenschaften und konstruktive, praktische, funktionale und formvollendete Anwendungen aus den Werkstätten der Technik gleichermaßen geprägt. Das hat unser Rektorat und unseren designierten Ehrensenator Hubert Christian Ehalt bewogen, Persönlichkeiten aus den technischen, den Natur- und den Kulturwissenschaften, die uns verbunden sind, einzuladen, die Beziehungen zwischen Technik, Kunst und Kultur in Wien zu ergründen.

„War das praktisch? Dann gibt’s es nimmer“, pflegte der Inhaber eines kleinen Geschäftes für Haushaltswaren zu meiner Mutter zu sagen, wenn sie sich nach einem Artikel oder einer Vorrichtung erkundigte, die sie noch von früher kannte. Der gute Mann hatte eben die gesunde Skepsis dem Fortschritt gegenüber, die den Wiener auszeichnet. „Der Fortschritt ist halt immer nur halb so groß, wie er ausschaut“, lässt Nestroy eine seiner Figuren sagen.Vor allem der technische Fortschritt hat eine Dimension erreicht, vor der kein Entkommen durch Waldeinsamkeit oder Auswandern mehr möglich ist. Peter Skalicky Ist er zur Heimsuchung geworden, die sich verselbständigt hat und jetzt auf die Gemüter schlägt?

Das mag schon sein. Heimito von Doderer meinte, dass „Jedermann, der auf diese von Ingenieursgesichtern und Betriebswirtschaftlern entstellte Welt nicht mit schwerstem Alkoholismus reagiert, sofern er sich nur etwas zum Saufen beschaffen kann, schon eine freiwillige Mehrleistung erbringt“.

Obwohl natürlich auch die Mit- und Nachwelt den Männern der Technik sehr wohl auch Anerkennung für ihre Leistungen nicht versagt hat.

„Die Lokomotive hat mehr getan, die Menschen zu vereinen, als alle Philosophen, Dichter und Propheten vor ihr seit Beginn der Welt“, schrieb der englische Historiker Thomas Buckle. Er hat wohl ein wenig übertrieben, aber immerhin hat er ja zum Beispiel die Künstler ausdrücklich ausgenommen.

Aus den Strömungen zur Zeit der Gründung (1815) und der ersten Jahrzehnte des Polytechnischen Institutes wurde versucht, einige Eigenschaften des österreichischen Technikers herzuleiten, die ihm in der Welt der Technik ein eigenes Gepräge geben und ihm vielleicht eine besondere Aufgabe zuweisen würden.

Zu dieser Zeit, nach dem Ende des Wiener Kongresses und der strengen Trennung zwischen der politischen und der privaten Lebenssphäre, gedieh in Österreich das Biedermeier. Die Kunst zur Zeit der Gründung des Polytechnischen Institutes war gekennzeichnet durch den Meister im Wiener Biedermeier-Realismus Ferdinand Georg Waldmüller, durch Ferdinand Raimund, Johann Nestroy, Franz Grillparzer, Adalbert Stifter, Franz Schubert und durch Beethoven, in dessen Skizzenbuch des Jahres 1815 bereits die ersten Entwürfe zur Neunten Symphonie zu finden sind. In die gleiche Zeit der Gründung und der ersten Jahrzehnte des Polytechnischen Institutes fällt auch die industrielle Revolution, die ihren Ursprung in England hatte, langsam nach Osten vorrückte und auch vor dem Kaiserstaate nicht haltmachte.

So, wie aus dem Leben und Schaffen jener österreichischen Dichter und Komponisten, deren Wirken in diese Zeit fällt, Beiträge zur Erkenntnis und Selbsterkenntnis Österreichs herausgelesen wurden, so wurde auch versucht, Gemeinsames aus den Werken und Schicksalen österreichischer Techniker und Erfinder herauszulesen, die für die Wesensart des Osterreichers kennzeichnend sein sollen …