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Kurzbeschreibung

Fotos: Bernhard Kittel. Text: Wolfgang Hasenberger


Unsere Erde ist mit einer Wasserfläche von 361 Millionen Quadratkilometer Ausdehnung bedeckt, das sind mehr als zwei Drittel der gesamten Oberfläche des Planeten. Wenn es auch fast unmöglich ist, sich die ungeheuren Wasserräume unterhalb der Oberfläche vorzustellen, wird doch eines klar ersichtlich: Die Meere bilden den weitaus größten Lebensraum der Welt. Nicht Menschen haben das gewaltigste je errichtete Bauwerk gebaut, sondern Abermilliarden winziger Korallenpolypen.

Auf ihr Konto geht z.B. das Große Barriereriff östlich von Australien, das eine Ausdehnung von 200 Kilometer Länge hat. Die tropischen Korallenriffe stellen die artenreichsten Biotope unserer Erde dar. Dieser Unterwasserlebensraum ist es, welcher in der heutigen Zeit rapid steigende Zahlen von Touristen anzieht.

Da uns nur wenige Flugstunden von den schönsten Tauchplätzen der Erde trennen und das vermehrte Freizeitangebot es ermöglicht, erfreut sich der Unterwassersport immer größer werdender Beliebtheit. Nicht immer aber sind es umsichtige und gut ausgebildete Tauche, die sich in Neptuns Reich begeben. Derzeit beginnt sich immer mehr der Trend abzuzeichnen, anlässlich eines Urlaubes bei einer Tauchschule irgendwo in den Tropen eine schnelle Ausbildung am Gerät zu absolvieren. Nach kurzer Theorie geht es dann wacker hinein ins Nass.

Scharenweise fallen völlig ungeübte Jungtaucher auf die äußerst sensiblen und zerbrechlichen Riffe ein. Ein Flossenschlag zerstört Korallenarbeit von vielen Jahrzehnten - und es sind viele Flossenschläge! Tauchboote reißen mit ihren Ankern ganze Korallenstöcke aus, was deren Ende nach sich zieht - und es sind viele Anker! Die Spuren der Verwüstung sind bereits nach wenigen Monaten deutlich sichtbar. Von den Urlaubsorten nahe der zerstörten Riffe ziehen sich die Besucher alsbald zurück. An anderen, unversehrten Plätzen werden neue Hotels errichtet, neue Tauchschulen bilden neue Schüler aus, neue Boote ankern vor neuen Riffen - und der Kreislauf der Zerstörung beginnt von vorne!

Noch ein paar Faktoren bedrohen aber in in weit größerem Ausmaß unserer Meere, nämlich die zunehmende Verschmutzung durch Abwässer aus den Kanalsystemen der küstennahen Fremdenverkehrszentren und der Dreck von Öltankern, welche ihre Abfälle schonungslos in die Gewässer verklappen. Bei anhaltender Tendenz ist es um die Zukunft unserer Meere schlecht bestellt.

So ist es umso erfreulicher, dass der Autor der Bilder in diesem schönen Buch ein geübter und erfahrener Taucher ist, der seine Fotos mit äußerster Umsicht und Rücksicht auf das empfindliche Biotop, sowie mit einem speziellen Auge für die ökologischen Probleme kreiert. Im folgenden bekommt der Betrachter einen guten Eindruck von der Artenvielfalt in tropischen Korallenriffen, wie sie zum Glück noch überwiegend vorzufinden ist. Wir können alle nur hoffen, dass auch unsere Kinder trotz zunehmender Verwüstung dieses Lebensraumes sich an solch herrlichen Wesen, wie an den hier gezeigten, erfreuen dürfen.