Warenkorb
0€ 0

Kurzbeschreibung

[Text von] Peter Roos & [Fotogr. von] Maurice Weiss.
[Nachw. von Friederike Hassauer (Ed.)]


Rezensionen
Iris Radisch:

Berlin, die Stadt, in die Tabori gehen muss, um zu sterben. In den Armen seiner Frau. Meint Peter Roos, der mit Tabori in Berlin auf Wohnungssuche war. Es regnete, "was es früher in Berlin nie gab", sagt Tabori bei Roos.

Überhaupt "war Berlin früher viel schöner", sagt Tabori. Aber das war lange vor dem letzten Krieg. Kein Wunder, dass Tabori bei dem Regen zusammen mit Peter Roos dann auch keine Wohnung gefunden hat.

(Iris Radisch, Rezension in: Die Zeit Nº 21/04, 13. Mai 2004)


http://www.zeit.de/2004/21/BELLETRISTIK

Beate Hennenberg: Künstlerische Wort- und Foto-Dokumentation über den Umzug George Taboris nach Berlin 1999, verbunden mit philosophischen Gedankengängen. (KT)

Gleichgültig, ob er nun tatsächlich eine Wohnung für gut befand oder nicht: Das Buch gibt darüber keine Auskunft und wollte es auch gar nicht. Der große alte Mann des Theaters, George Tabori, mittlerweile 90 Jahre alt, verließ vor fünf Jahren Wien. Peter Ross und Maurice Weiss, die ihn bei dem Stadtwechsel begleiteten, schenkten ihm die nun in der oberösterreichischen Bibliothek der Provinz erschienene, daraus entstandene "Groteske in 21 Aufzügen" als Abschiedsgeschenk. Tabori beim Handkuss, Taboris Blick aus dem Fenster, Tabori mit dem Malermeister, mit Brille, mit seinen zwiegenähten Budapester Schuhen. Das Dramolett, welches sich bei der Wohnungssuche abgespielt haben muss, bei Roos werden Taboris Worte zu Kunst: "Es regnet. Lass uns zurückfliegen nach Wien. Man kann keine Wohnung suchen in Berlin, wenn es nass ist".

Neuerlich wird Taboris melancholisch-absurder Humor gezeigt, sein Durchhaltewille, sein Ausharren, sein bisweilen störrischer Trotz und das vielleicht gar nicht Ankommen-Wollen. Noch einmal: Tabori ist 90 Jahre alt. Er ist wohl krank und doch recht alt, er hat, das steht fest, nicht mehr viel Zeit. Wie man hörte, bezog er die dritte besichtigte Wohnung und hat sie bald darauf wieder aufgegeben. Ob bei ihm auch der Weg das Ziel ist?

(Beate Hennenberg, Rezension für: bn.bibliotheksnachrichten, [2004?])


http://www.biblio.at/rezonline/ajax.php?action=rezension&medid=17673&rezid=20769