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Stein zu Stein | Stone to stone

Jüdische Friedhöfe in Österreich | Jewish cemeteries in Austria

Andreas Feiertag, Heinz Schmidt

ISBN: 978-3-85252-994-3
31 x 29 cm, 196 S., überw. Ill.; Text dt., engl. und hebr.
€ 44,00
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Kurzbeschreibung

[Le-even even | bate ḳevarot Yehudiyim be-Osṭriyah]
[Text]: Andreas Feiertag. [Fotogr.]: Heinz Schmidt


Für das vorliegende Buch wurden erstmals sämtliche mehr als 50 noch existente und uns zugängliche originäre jüdische Friedhöfe in allen österreichischen Bundesländern fotografisch dokumentiert. Weiters wurde für acht Bundesländer exemplarisch je ein Friedhof ausgewählt, auf dem eine Tote oder ein Toter bestattet worden war, über die oder den heute noch biografische Materialien gefunden werden können. Für ein neuntes Bundesland wurde ein Friedhof ausgewählt, auf dem eine heute in Österreich lebende Jüdin dereinst bestattet werden will.

Anhand dieser zu Portraits zusammen getragenen und chronologisch gereihten Biografien entsteht ein kontinuierliches Bild jüdischen Lebens und Strebens in Österreich vom Bodensee bis zum Neusiedler See. Die neun Zeitfenster, die wie Spotlights ein Licht auf die Situation jüdischer Gemeinden in verschiedenen historischen Abschnitten Österreichs werfen, reichen vom 15. Jahrhundert bis heute.

Die Texte sind dreisprachig verfasst, deutsch, englisch und hebräisch, und behandeln das Leben eines Rabbi, der seiner Gemeinde das geliebte Kartenspiel verboten hat, genauso wie die sozialen und finanziellen Probleme einer elffachen Mutter, die nicht weiß, woher sie das Geld zum Leben nehmen soll. Sie skizzieren den eskalierenden Streit dreier koscher kochenden Köche, der durch eine weise Entscheidung geschlichtet wurde, und erzählen von einem Gärtner und einem Träger des Alternativen Nobelpreises.



Rezensionen
Thomas Trenkler: Warten auf die Ankunft des Messias

Knapp zehn Jahre ist es her, dass die österreichische Bundesregierung das Washingtoner Abkommen unterzeichnete, das die Restitution und Kompensation in der NS-Zeit geraubten jüdischen Eigentums regelt. Vieles wurde seither umgesetzt. Nur in der Frage der Restaurierung wie Erhaltung der jüdischen Friedhöfe ging lange Zeit, wiewohl eine "zusätzliche Unterstützung" versprochen worden war, nichts weiter. Denn jüdische Gräber sind bis zur Ankunft des Messias zu pflegen - wann immer das auch ist.

Kaum eine Gebietskörperschaft wollte daher Verpflichtungen, deren Ende nicht absehbar sind, eingehen. Man stritt vielmehr, wer zuständig sei: Der Bund, weil er das Abkommen unterzeichnete? Oder die Länder und Gemeinden, weil der Bund sehr wohl in ihrem Namen etwas vereinbaren darf?

Und so verfielen die Friedhöfe weiter. Nicht alle. […]

Ein ähnliches Konzept liegt dem Buch Währinger jüdischer Friedhof. Vom Vergessen überwachsen zugrunde: Namhafte Fotografen, darunter Harry Weber (2007 gestorben), Isolde Ohlbaum und Claudio Alessandri fingen die Magie des verwunschenen Ortes in wunderschönen Bildern ein, Tina Walzer erklärt die Historie.

Im Verlag Bibliothek der Provinz erschien zudem ein großformatiger Band: Heinz Schmidt porträtierte die jüdischen Friedhöfe Österreichs in melancholischem Schwarz-Weiß, Andreas Feiertag erzählt dazu anhand von Grabsteinen berührende Lebensgeschichten vom Mittelalter bis heute.

(Thomas Trenkler, Rezension in: Der Standard, 30.10.2010)


http://derstandard.at/1288160292954/Warten-auf-die-Ankunft-des-Messias