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Kurzbeschreibung

Spitze Striche: Hans Sisa. Flotte Worte: Gertrude Haider-Grünwald


Ein bisschen Wärme

Er wackelt gerne mit dem Arm,
in seiner Nähe wird dir warm.
Warum? Weil dieser gute Mann
mit flacher Hand selbst bügeln kann.

Und doch: Gar heilig wirkt der Mann.
Drum kriegt er auch die Frauen dran.
Doch alle Damen, die er freit,
erschrecken bald und laufen weit,
und zwar zum Kadi, denn, o Schreck,
mit ihm ist oft ihr Geld auch weg.

Doch eines Tags (Wann war's genau?
Egal!), da traf er eine Frau,
die lockte ihn mit ihrem Geld
heraus aus seiner warmen Welt.
Er folgte ihr nur allzu willig.
Hoffend, ihr Häuschen wär ganz billig
für ihn zu haben nur für Worte.
Denn diese Frau war jene Sorte,
von der er manche schon geschröpft
und ihr das Häuschen abgeknöpft.

Das Häuschen - es war eher klein -
gefiel ihm gleich. Bald wär es sein!
Das dachte er und folgt der Frau,
die nicht mehr jung war, aber schlau.
Sie führt den Schurken in die Kammer
und lacht nur über sein Gejammer,
weil es so dunkel war im Zimmer
und eisig kalt, was noch viel schlimmer.
Kaum wissend, wo er sich befand,
ward er gekettet an die Wand.

"Die Winter", sagt sie, "sind hier kalt.
Die Stromrechnung ist nicht bezahlt."
Sie tätschelt lächelnd seinen Arm.
"Nun heiz mal schön - du bist so warm."

Und die Moral von der Geschicht?
Dem Schurken, dem gefällt sie nicht.
Die Frau aber, die schon bejahrt,
hat viele Kosten sich gespart.