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Kurzbeschreibung

Max ist allein. Max steht an der Wohnzimmertür und hört Mama und Papa streiten. Wieder einmal. Mehr als oft, als einmal. Immer streiten sich Mama und Papa. Und dann schmeißen sie mit Tellern. Das hört Max. Und sie wissen, dass Max sie hört. Deswegen machen Mama und Papa die Musik, ganz laut. Aber das Schreien ist trotzdem zu hören. Max steht dann da und ist traurig. Und hat das Lachen verlernt. Und weint. Oder verloren, das Lachen.

Max schleicht sich in die Küche und schaut in die Töpfe. Immer noch Kartoffelbrei und Erbsen und Soße. Und die Wurst in der Pfanne. Max lädt sich den Teller voll und schleicht die Treppe in sein Zimmer und setzt sich aufs Bett. Max isst und Tränen fallen auf den Kartoffelbrei. "Am liebsten tät ich abhauen", denkt Max und schiebt den Kartoffelbrei zu einem Schiff zusammen. Und die Wurst ist der Kamin. Max tuckert. Max ist der Schiffsmotor. "Mit dem Schiff könnte ich bis nach ...", denkt Max, "oder noch weiter tuckern."


Rezensionen
Claudia Theiner: Ein Schiff für Max

Wenn Mama und Papa streiten, stellen sie die Musik laut. Ist es wieder leise, weint Max in die Stille hinein. Jetzt will er heraus aus der trostlosen Misere, über blaue Wellen will er aufs Meer fliehen, nach links drehen und Aneke ins Boot holen.

Mittels einer stillen, aber eindringlichen Sprache treibt Thomas J. Hauck in "Max oder der Tag, an dem ich nach links schipperte" die Dynamik der Ausweglosigkeit an, und Bettina Haller lässt in der unerbittlichen Schwermut der Schwarz-Weiß-Schraffuren zwischen bösen Gesichtern, langen Schatten und dem (Rettungs-)Anker ganz sacht Zuversicht aufflackern.

(Claudia Theiner, Rezension in: ff. Das Südtiroler Wochenmagazin, 10. Oktober 2013)