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Kurzbeschreibung

[Texte: Alexander Tröbinger. Fotos: Barbara Krobath]


Der Seher Theresias: „Er ist blind, seine Haare sind schlohweiß und seine Worte haben Gewicht" - so beschreibt der griechische Dramatiker Sophokles die Figur des „blinden Sehers" Theresias in seinem Stück „Antigone". In einem langen Monolog erörtert Theresias Kreon, dem König von Theben, was die Zukunft ihm und dem Volk von Theben bringen mag. „Da hört ich unbekannten Laut von Vögeln, die unheilvoll krächzten und in wild verworrnem Ton" - mit diesen Worten mahnt er den König, schildert ihm seine Visionen. Es war auch der Seher Theresias, der dem Jüngling Herakles das Vollbringen heroischer Taten und die Ehe mit Hebe, der ewigen Jugend prophezeite. Als dies Amphytrion hörte, ließ er dem Knaben die beste Erziehung angedeihen. Herakles wuchs zum schönsten, tapfersten und beliebtesten Heros der griechischen Geschichte heran. Der blinde Seher Theresias hatte dies vorausgesagt, mit seiner Würde, seiner Weisheit und der charismatischen Ausstrahlung hatte er Amphytrion überzeugt, dem Jüngling besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Die Anerkennung seiner visionären Kraft, die umfassende Weisheit seiner Worte sind Quell der Zuversicht und der Hoffnung - so etablierte Sophokles die Figur des blinden Sehers Theresias.

Einer der hinausging - Ernst Jakob Christoffel: Die Symbolik vergangenen Geschehens treibt zu neuem Tun. Vor knapp hundert Jahren hat Pfarrer Ernst Jakob Christoffel eine Reise getan, eine Reise zu neuen Ufern. Kleinasien und die Herzen einiger Waisenkinder waren das Ziel seiner Reise. Was er vermehrt sah, waren die Bedürfnisse blinder Menschen. Vier Jahre nach seiner Ankunft gründete er das erste Blindenheim in der Türkei. Das Haus füllte sich nicht nur mit blinden, sondern auch mit behinderten Mädchen und Jungen. Christoffel nahm sich auch derer an, um die sich sonst niemand kümmerte. „Vater der Blinden, Taubstummen und Niemandskinder" steht heute auf seinem Grabstein in Isfahan im Iran. Sein Tun hält an; war initial für etwas, was heute vielen Tausend Menschen den Weg zu neuen Ufern ermöglicht. Über mehrere Jahrzehnte weitete sich sein Schaffen zu einer international tätigen Hilfsorganisation aus.Die Geschichte des Wachsens zur Christoffel-Blindenmission (CBM) ist auch die Geschichte des Vereins in Österreich. Fünfzehn Jahre sind die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen, die mittlerweile über hunderttausend österreichischen Unterstützerlnnen eingebunden in ein Kontinente übergreifendes Engagement für blinde, von Erblindung bedrohte und anders behinderte Menschen.