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Kurzbeschreibung

[Ausstellungsbuch]
Texte: Martin Ortmeier ; Kristian Sotriffer
Essay: Barbara Sternthal


Der Bilderpoet

Der Photograph, den man in stetiger Bewegung erlebt - einerseits deswegen, weil er ständig unterwegs scheint, einen Termin da, den anderen schon wieder dort wahrzunehmen hat, andererseits seiner lebhaften narrativen Schilderungen wegen -, dieser Künstler hat es jetzt also auf sechzig Lebensjahre gebracht. Vielleicht kann er deshalb noch weiter aus sich herausgehen als gewohnt, wohl nicht ohne berechtigtem Stolz darüber, zu jenen Photographen zu zählen, die sich in ihrem Heimatland Österreich durchgesetzt haben, also renommiert sind. Gerhard Trumler tat sein Möglichstes dazu, er hätte sich aber noch so sehr bemühen können, hätte er nicht von Anfang an ungeheuer viel Fleiß und Energie aufzubringen, sowie absolute Qualität und Ideen anzubieten gehabt, ohne die seine Überzeugungsarbeit pro domo kaum solche Früchte getragen hätte.

Aber wie sein Beispiel zeigt, kann ein Überzeugtsein von den eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten nicht schaden und ist vor allem in jenen Fällen von Wichtigkeit, in denen es gilt, das durchzusetzen, worum es dem Künstler eigentlich geht, und das ist nun nicht gerade das Spektakuläre, sondern eher das Stille, das Verborgene, das Außer der Welt-Liegende, wie er es in seinem bevorzugten Waldviertler Lebensraum entdeckt und gestaltet. In dieser Landschaft verfügt Trumler über jene Basis, auf welcher sich eine Vorstellung kontinuierlich entwickeln läßt. Über die von ihm so geliebte Traumlandschaft gibt es sozusagen logische Verbindungen zu benachbarten oder verwandten, mit ihr verzahnten Gebieten im Herzen Europas zwischen dem Böhmerwald, „Pannonien" und Tirol.

Schritt für Schritt hat sich Gerhard Trumler einfühlsam an all jene Themenbereiche behutsam herangearbeitet, die es ihm ermöglichen, zwischen alter Kulturausformung mit ihren noch unverbrauchten Substanzen und dem zu vermitteln, was er als sich mit dem Gegenwärtigen vermählend wach und sensibel beobachtet - als Photokünstler auch bildhaft kommunikativ zu vermitteln versteht.

Seine eigentliche Geschichte beginnt mit dem Erwerb der ersten Kamera im Alter von dreizehn Jahren. Sie begleitet ihn auf den verschiedensten Wegen, aber es dauert dann noch über zwei Jahrzehnte, bis der nun schon über dreißigjährige Selfmademan sich dazu entschließt, alles auf eine Karte zu setzen. Diverse Betätigungen vom Radarfluglotsen bis hin zum Banker hatte er vor bald dreißig Jahren aufgegeben, um ausschließlich nur mehr zu photographieren.