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Kurzbeschreibung

Spuren im Schnee –
aha!
Wer war denn da?
Ein Reh!
Und dort
sprang ein Eichhörnchen fort.
Ein Hase hoppelte durch die weiße Welt,
und hinter ihm schlich ein Fuchs…
Aber keine Angst – der Fuchs ist flugs
wieder umgekehrt –
hat vielleicht ein Hund gebellt,
und der Fuchs hat ihn gehört?

Was hab ich noch im Schnee gelesen?
Ein großes Wildschwein ist da gewesen,
und eine Katze lief zum warmen Försterhaus.
Was wäre da noch zu berichten?
Eine Taube marschierte,
eine Krähe spazierte,
ein Spatz ist gehupft –
woher? Wohin?
Der ganze Schneewald ist getupft
von Geschichten.


Rezensionen
Elfie Kainz-Kazda:

"Geduld bringt Rosen!", sagt der Großvater, aber wir wissen es gemeinsam mit dem kleinen Oliver bald besser: "Geduld bringt Frösche!" Um dieses Ergebnis zu erzielen, brauchen wir ein großes, kreisrundes Loch im Garten, so tief, dass ein kleiner Elefant darin baden könnte, und dann braucht man noch eine Ente, die auf ihrem Gefieder Froscheier von einem fremden Teich mitbringt. Setzt man nämlich Kaulquappen in einen Teich, wandern die Frösche zurück zu ihren heimischen Gewässern. Aber nicht nur von Fröschen erfahren wir. Da gibt es noch einen Holzwurm, Forellen, Libellen, Löwenzahn, einen Zauberer in einer Nuss und das traurige Schlusslied singt uns der Vogel Tukan in gereimter Form.

Allen Geschichten gemeinsam ist das Leise und Verhaltene, der genaue Blick auf die Welt im Allgemeinen und die Natur im Besonderen, der poetische und warmherzige Ton. Mit vordergründiger Leichtigkeit nimmt Linda Wolfsgruber diese Grundstimmung auf und entführt uns in ihre unverwechselbare Bildwelt. Sie verführt zu weiteren visuellen Assoziationen durch ungewöhnliche Kompositionen von Fotografien, kleinen und größeren (Feder-)Zeichnungen. Sie klebt dickes, zerrissenes Papier und Naturmaterialien auf die Seiten, sodass man es fast zu spüren glaubt.

Für Kinder ab 5 Jahren.

(Elfie Kainz-Kazda, Rezension in: Unsere Kinder, Heft 2/2007)


http://www.biblio.at/rezonline/ajax.php?action=rezension&medid=48552&rezid=27314

Claudia Theiner: Frösche, Rosen und Holzwürmer

Auf einen Holzwurm hören, darauf achten, wie sich sein zartes Klopfen anhört: Der Holzwurm wohnt in dem Tisch, auf dem eine Schreibmaschine steht, auf der eine Schriftstellerin herumklopft. Beide klopfen in die Stille hinein, gleichmäßig, melodiös - ein phantastisches Unterfangen, in der Holzwurmsprache zu kommunizieren.

Phantastisch auch, mit Friedl Hofbauer und Linda Wolfsgruber ("Geduld bringt Frösche", Bibliothek der Provinz, 2007) geduldig zu beobachten, wie aus einem schmutzigen Loch ein Teich entsteht, in dem am Ende Frösche quaken. Oder aber den Zauberer in der Nuss zu überraschen, in dem sich der Nusskern streckt, um ein Nussbaum zu werden. Traurig ist es, nachts den Vogel Tukan seufzen zu hören, weil ihn keine Zukunft erwartet im Regenwald.

Der Natur nachspüren, Achtung haben, hellhörig sein, das sind Friedl Hofbauers Anliegen. In ihren Geschichten bilden das scheinbar Nebensächliche des Alltäglichen und das Traumhafte eine Einheit, in der die Fantasie den Ton angibt. Bei Hofbauer macht die Fantasie das Miteinander erfahrbar, ohne große Inszenierung. Friedl Hofbauer ist 1924 in Wien geboren, dort zu Hause und bekannt durch ihre Lyrik für Kinder. Für ihr literarisches Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet.

Die Illustratorin nun nimmt das tiefgründig-zärtliche Miteinander zwischen Mensch, Tier und Pflanze auf, facettenreich wie die Geschichten ist ihre Darstellungslust. Sie erschafft eigenwillige Requisiten, eine silbrig glänzende Perücke aus Löwenzahnschirmchen oder ein Bett vor der Kulisse des gespenstischen Urwaldes. Linda Wolfsgruber aus Bruneck ist bekannt für ihre innovativen Bilderbuch-Kompositionen. In "Geduld bringt Frösche" setzt sie die Bilder aus Zeichnungen und Fotografien zusammen, sie legt Materialien in- und übereinander, das dicke, zerissene Papier, das sie aufklebt, glaubt man zu spüren. Das Heu, die Rosen, das Innere der Nuss fühlen sich dreidimensional an, aus der Schreibmaschine wächst der Buchstabe X wie ein hübscher Kreuzstich über dem Tisch, und die Dotterblumen haben richtige Gesichter. Linda Wolfsgruber, geb. 1961, besuchte die Kunstschule in St. Ulrich, absolvierte die Scuola del Libro in Urbio, sie ist Druckgrafikerin und erfolgreiche Bilderbuchkünstlerin.

"Geduld bringt Frösche" ist in die Kollektion zum Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis aufgenommen worden, gewonnen hat sie ihn mit "Das Meer ist riesengroß". Wolfsgruber zeichnet die Poesie der Wiener Kinderbuchautorin nach, Text und Bild machen die inneren Stimmen hörbar.

(Claudia Theiner, Rezension in: Dolomiten, 11.9.2008)


Inge Cevela: Ganz leise und achtsam

Hintergründige Miniaturen und Illustrationen

Wundervoll: Ein Buch, das schon am Vorsatzpapier zu erzählen beginnt! Mit Bildern, die der Wirklichkeit entnommene Details verwenden und dabei doch aus einer ganz anderen Welt zu kommen vorgeben. Mit Bildern von Linda Wolfsgruber eben – und damit einer der meistausgezeichneten und der rührigsten innovativen Illustratorinnen Österreichs.

Und dabei: Ein Buch, das schon im Untertitel lügt – Erzählungen und Gedichte – beides im Plural und doch ist nur ein einziges Gedicht der mit dem Österreichischen Staatspreis für Kinderlyrik ausgezeichneten Grande Dame lyrischen Sprachspiels im ganzen Buch zu finden. Der Rest? Erzählungen. Erzählungen, die allerdings den kleinen Dingen des Alltags ihre Aufmerksamkeit schenken, die unaufgeregt von den eigentlichen Wundern der Verwandlung, der Natur berichten und dabei den ganz spezifischen rhythmischen Erzählton der Friedl Hofbauer anschlagen. Sich ein wenig so lesen – ja – wie Gedichte eben.

Zum Beispiel, wie aus einem Loch voller Gerümpel nach und nach ein kleiner Teich entsteht, in dem sich Leben ansiedelt und – nicht gleich, aber doch – sich aus dem Froschlaich Kaulquappen entwickeln: „Geduld bringt Rosen“, sagt der Großvater, als die ersten Frösche quaken. „Geduld bringt Frösche“, erkennt sein Enkel den Zusammenhang und schenkt dem Buch damit seinen programmatischen Titel. Denn allen Erzählungen wohnt dieser besondere Zauber inne, der Verwandlungen an sich begleitet: So ist es auch mit dem Löwenzahn, den der kleine Junge seiner Mutter mitbringt und der sein strahlendes Gelb am Mittagstisch zur Geltung bringt, dann aber dank mehrerer glücklicher Umstände auf dem Küchenschrank vergessen wird. Verwelkt, aber nicht weggeworfen, wird er neuerlich zur Knospe für eine ganz andere Wirklichkeit als „Pusteblume“.

Hintergründige Miniaturen sind es, in denen Kinder Natur erleben, entdecken und beobachten, in denen sie still werden vor Staunen und eine besondere Verbundenheit spüren. So wie Heinz und Helga, die auf ihrer Luftmatratze in den Schilfgürtel eindringen, im Nu ganz leise und achtsam werden und dafür den seltsamen Tanz der „Schilfvögel“ zu sehen bekommen.

Oder wie Fridolin: Zu Besuch am Bauernhof läuft er in die Scheune, hüpft im duftenden Heu herum, spürt die kitzelnden Sonnenstrahlen, sieht die Maus mit ihren Knopfaugen und entdeckt ein Huhn mitsamt einem frisch gelegten Ei. Voller Respekt trägt er es in Kinderhänden zu den Eltern, die ihn rufen. Inmitten von Ermahnungen zerbricht nicht nur das Ei, sondern auch der Zauber des Erlebten. Ebenso nahe liegend wie unaufdringlich finden sich die Botschaften der Erzählungen zwischen den Zeilen und eröffnen den Zugang zu einer atmosphärisch dichten Ebene „dahinter“.

Ganz im Einklang und gleichzeitig voll dynamischer Spannung dazu die begleitenden Illustrationen, die – kopiert, ausgeschnitten, gerissen, geklebt, gemalt – sich scheinbar aus den Buchseiten heraus optisch in die dritte Dimension erheben. Wie die Texte bilden auch sie eine Brücke zwischen den Realitäten vor und hinter den Dingen, haben auch sie die Fähigkeit zu verlangsamen, zu entschleunigen, machen auch sie Lust auf eine „lyrische“ Betrachtungsweise. Vielfältig in Form und Material, sparsam, aber sehr pointiert im Einsatz von Farbe, großzügig und unkonventionell in der Platzierung auf den Seiten sind Linda Wolfsgrubers Bilder (wie auch die Gesamtgestaltung des Buches) – nun ja – Gedichte eben! Zum gemeinsamen Betrachten und Vorlesen und zum laut und leise Lesen für jede Altersstufe.

(Inge Cevela, Rezension in: Die Furche 16/2007)


http://www.furche.at/system/downloads.php?do=file&id=124

Barbara Petsch: Hauptsache: Silberreiher.

„Glaubst du, werden wir Silberreiher sehen?“, flüsterte Helga dem Bruder zu. „Ich weiß nicht“, antwortete Heinz: „Vielleicht noch weiter drin!“ Mit der Luftmatratze paddeln Helga und Heinz durchs Schilf. Ein kleiner Zauberer schläft in einer Nuss. Ein Junge rettet seine Haustiere. Ein Löwenzahn verwandelt sich wundersam. Hinreißend sind die Illustrationen von Linda Wolfsgruber zu Friedl Hofbauers schlichten Geschichten.

(Barbara Petsch, Rezension in: Die Presse, 9.7.2007)


http://diepresse.com/home/spectrum/literatur/315422/Weil-wir-zwei-Coole-sind