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Kurzbeschreibung

Du wunderst dich, daß ein Pferd sprechen kann? Wenn du die Sprache der Tiere verstehen willst, mußt du ganz, ganz still sein und genau hinhören. Nur wenige Menschen haben das bisher fertiggebracht. Ich kannte einen von ihnen, und er hat meine Geschichte hier aufgeschrieben. Ich heiße Max. Ich kam auf einer großen Wiese zur Welt. Die Wiese war ganz mit Gänseblümchen übersät. Mein Fell war tiefschwarz und weich wie Seide. Es gab noch viele andere Pferde auf dieser Wiese, große und stattliche.

Anfangs hatte ich ein wenig Angst vor ihnen. Ich war ja damals noch sehr klein. Dabei wünschte ich mir nichts anderes, als später einmal ebenso groß und schön zu sein wie sie. Ja, ich träumte davon, ein Reitpferd zu werden. Doch hatte ich nicht viel Zeit zum Nachdenken. Den ganzen Tag spielte ich mit den anderen Pferdekindern. Wir liefen auf unserer Wiese um die Wette. Und wenn wir Hunger hatten, fraßen wir Klee und Rüben. Mit zweieinhalb Jahren war ich erwachsen, und die Menschen verkauften mich. Ich kam auf einen großen Bauernhof. Dort ging es lustig zu. Im Stall wohnte ich mit vielen anderen Tieren zusammen: mit Kühen, Pferden, Hühnern und Schafen, und alle waren sehr freundlich zu mir ...


Rezensionen
Inge Cevela: Kröte des Monats Juni 2005

Diese einfache Kindergeschichte stand ganz am Anfang eines (umfang)reichen Schaffens, für das Angelika Kaufmann jetzt, 33 Jahre später, mit dem "Österreichischen Würdigungspreis für Kinder- und Jugendliteratur" ausgezeichnet worden ist. Lange vergriffen - nun wieder erhältlich: Hat da die Zeit nicht Spuren hinterlassen? In gewisser Weise ist der besondere Stil von Angelika Kaufmann immer schon außerhalb des Zeitgeschmacks gelegen - damals wie heute. Ihre besondere Weise, Farben aufzutragen und mit der Federzeichnung umzugehen, ist einzigartig geblieben.

Auch ihr spezifischer Erzählton konzentriert sich bis heute hauptsächlich auf die Botschaft, dass Kindheit noch einen besonderen Zauber besitzt und nicht derselben Logik unterliegt, wie die Erwachsenen. Alltagswirklichkeit - erzählt vom Pferd Max - wird allein schon wegen dieser Erzählperspektive ihrer Ernsthaftigkeit und Schwere enthoben, auch wenn Anfang und Ende des Lebens in den Blick genommen werden. Auch wenn der Inhalt keine besonderen Spannungsmomente bereithält oder sich gar zu einer pädagogischen Botschaft hochschwingt. Die scheinbare Naivität ihrer Perspektive konzentriert den Blick auf die kraftvolle Farbigkeit ihrer Figuren und Bildwelten - durch die sorgfältige Gestaltung des Buches fast bibliophil.

(Inge Cevela, Rezension auf der Webseite der Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur, 2005)


http://www.stube.at/buchtipps/kroeten2005.htm