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Kurzbeschreibung

[Zusammengetragen von Rosmarie und Günther Gerisch. Hrsg. von Richard Pils]

Faksimile-Ausgabe des Textbuches der Oper „Die Zauberflöte" nach Schikaneder, Passau, Niklas Ambrosi, 1793, umgearbeitet. Die Musik ist von Apollo Mozzart. Mit Radierungen des Nürnberger Kupferstechers Abraham Wolfgang Küffner aus dem Jahre 1795.



Rezensionen
Werner Thuswaldner: Mit Musik von Apollo Mozzart

Eine vereinfachte Fassung der „Zauberflöte“ von 1793

Wie viele andere Werke ist auch Mozarts „Zauberflöte“ nicht den Bearbeitern entgangen. Zwei Jahre nach der Uraufführung erschien in Passau eine Fassung, die nun in einem sorgfältigen Reprint wieder vorliegt.

„Die Musik ist von Apollo Mozzart“, steht auf dem Titelblatt. Die Herausgeber führten als Grund für ihre Initiative an, daß das Original Schikaneders eine „Menge von schwer besetzbaren Singrollen und Anspielungen“ enthalte. Jeder Theaterpraktiker werde „über diese Umarbeitung gewiß nicht ungehalten seyn“. Die Fassung empfehle sich für kleinere Theater, die Vorlage sei „ohne mindesten Abbruch der Musik umgearbeitet“.

Im Personenregister wird Sarastro las „Mystagog“ bezeichnet, als antiker Priester, der in die Mysterien einführt. Mit Sarastros Welt konnte der Bearbeiter nicht viel anfangen; er half sich mit rigorosen Kürzungen. Die Königin der Nacht heißt „Karmela“, und auch die Sklaven tragen Namen. Tamino wird im Verzeichnis nicht wie von Schikaneder als Königssohn, sondern als „ein irrender Ritter“ geführt.

Acht liebevoll-keusche Radierungen zur „Zauberflöte“, die 1795 von dem Nürnberger Kupferstecher Abraham Wolfgang Küffer angefertigt worden sind, illustrieren das köstliche Bändchen.

(Wolfgang Thuswaldner, Rezension in: Salzburger Nachrichten, [?])


Oberösterreichische Nachrichten: Die Passauer Zauberflöte

Einer der schönsten und originellsten Buchbeiträge zum Mozartjahr ist in der Bibliothek der Provinz erschienen: Das Textbuch zur Zauberflöte, aber nicht das original Schikanederische, sondern das 1793 für die Aufführung in Passau umgearbeitete.

Tamino erscheint darin als irrender Ritter, die Königin der Nacht als „Karmela, eine Zauberin der Musik“, der Sprecher und die Priester wurden eliminiert, Sarastro wird als Mystagog bezeichnet und Papageno ist das, was er ist, ein „Vogler“. Der Text wurde „ohne mindesten Abbruch der Musik… von Apollo Mozart“ umgearbeitet.

Eine Auswahl von Radierungen des Nürnberger Kupferstechers Abraham Wolfgang Küffner aus dem Jahre 1795, erschienen im Revolutionskalender zu Trier 1797, machen das wunderliche Zauberflöten-Buch zu einer besonderen Kostbarkeit für Bibliophile, aber und natürlich auch ganz besonders für Mozartliebhaber.

(Rezension in: Oberösterreichische Nachrichten, 3.8.1991)