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Kurzbeschreibung

Es war ein frostigkalter und grauer, sonnenferner Morgen an jenem Tag, als der Fuchs in seiem Bau saß mit einem seltsamen Gefühl, einer trüben Stimmung und hinaus in den schneeharten Winterwald blickte. Stille umfing ihn so laut, er hörte sein Herz und es spochte schnell, als wäre er aufgeregt oder vom Laufen angestrengt. „Die Leere wird zu groß“, dachte er, „ich vermisse das Singen der Waldvögel und all das Geschabe der Winterschläfer. Kahl und verlassen erscheint mir der Wald, die ganze Welt.“ Er fühlte sich einsam und verloren.

Der Fuchs zog sich tiefer in die Höhle zurück, drückte seine Augen zu und rollte sich fest zusammen, um sich warm zu halten. Schnell fiel er in einen unruhigen Schlaf und hatte einen Traum.

Er träumte dass er auf einen Igel traf.

Klein stand der Igel vor ihm. Sie beschnupperten einander in aller Ruhe. Schließlich sagte der Fuchs zum Igel: „Lange Wintertage und schwarze Winternächte habe ich einsam verbracht. Ich habe eine Sehnsucht, ein Verlangen in mir keimen, nicht mehr so alleine zu sein. Du scheinst mir ein froher Igel zu sein, mit dem ich mich befreunden könnte.“


Rezensionen
Margret Heidi Scheurecker:

Darf ein Fuchs weinen? Der schlaue, wendige, furchtlose Fuchs? Ja, ein Fuchs darf weinen. Auch ein Fuchs kann ratlos und traurig sein, besonders wenn der langgraue Winter nicht enden will und Einsamkeit und Verlorenheit riesengroß werden. Rot - wie das Fell des Fuchses in verschneiter Winterlandschaft - so leuchtet das Thema dieses Bilderbuches: Beziehungssehnsucht. Der offene, aber hoffnungsvolle Schluss lädt ein zum Weiterspinnen: Was hilft dem Fuchs, was hilft auch dir, wenn du einsam und traurig bist? Kennst auch du den unersetzbaren Schatz der innigen Naturverbundenheit? Die Zwiesprache mit glitzernden Schneekristallen? Die Umarmung des Sonnenlichts? Wovon aber träumst du, wenn deine Sehnsucht nach einem mitfühlenden Herzen groß wird?

Eine kraftvoll plastische und zugleich geheimnisvoll sensible Malerei zieht uns hinein in das Walddunkel des einsamen, traurigen Fuchsherzens. Ebenso kraftvoll plastisch und zugleich feinfühlig tönt die bilderreiche Sprache, die zum langsam bedächtigen Vorlesen lockt.

Wie gut, dass wir über Gefühle, Träume sprechen können. Wie gut, denken da die einsamen grauen Wölfe, die unabhängigen stolzen Adler, die wendig-listigen Füchse - die ja in jeder Menschenseele wohnen -, wie gut, auch ich darf weinen. Wie tröstlich, dass es dieses Buch gibt.

(Sr. Margret Heidi Scheurecker, Rezension in: Unsere Kinder. Das Fachjournal für Bildung und Betreuung in der frühen Kindheit, [?])


http://www.biblio.at/rezonline/ajax.php?action=rezension&medid=37255&rezid=24970