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Kurzbeschreibung

Dieses Buch stellt meinen Versuch dar, diesem schönen und vielfätigen Land, dem südwestlichen Teil Niederösterreichs, über alle möglichen Wege nahe zu kommen. Über Schlösser und Klöster, die vielen bekannt sind, aber auch über kulturelle Kleinodien, von denen oft nur wenige wissen. Ebenso über die Menschen der Region, über alte und neue Unternehmerfamilien, Künstler, Köhler, Schmiede, Spielzeugschnitzer, Heimatforscher, Mosterzeuger, Bierbrauer, Konditoren, Bäcker, Wirte und andere mehr.

Um die kulinarische Seite dieses abwechslungsreichen Viertels aufzuzeigen, bat ich viele um ihre Rezepte der gängigsten Speisen, andere stellten ihre Lieblingsgerichte vor oder verrieten auch manchmal ein Küchengeheimnis. Daneben fanden Rezepte aus alten Kochbüchern der Region Einzug in dieses Buch.


Rezensionen
Alexander Ritzinger: Unser Paradies liegt ganz nahe

Christa Fischer-Korp ist lange durch das Mostviertel gewandert und hat sich dabei für einen goldigen Schritt entschieden. Sie veröffentlichte nun gemeinsam mit dem Fotografen Manfred Horvath einen prächtigen Bildband über diese Landschaft.

Kunst, Kultur und Küche hat sie dabei mit ihrem Begleiter entdeckt, und die beiden zelebrieren den Landstrich in einer beeindruckenden Opulenz. Dieser Ausdruck wird oft mit dem Begriff der „Völlerei“ verwechselt, allerdings haben die beiden diesen Fehler nicht begangen. Obwohl die Bilder, erlauben Sie diese „lockere“ Formulierung, ein Hammer sind. Zum Beispiel der Blick in die Stiftsbibliothek Melk. Oder die entzückende Frau, die mit Liebe ihren Gemüsegarten mit einer Gießkanne besprengt. Oder der „Vierkanter Gottes“, das Stift Seitenstetten. Oder der Besuch bei einem Köhler, dem „Stoff“, bürgerlich Stefan Zechberger genannt, aus Großprolling, in der Nähe von Ybbsitz.

Dort in der Gegend führt Josef Kainrath eine Fleischhauerei (im Text leider mit dem deutschen Begriff „Metzgerei“ versehen), aber das großformatige Bild dazu lässt uns gleich wieder in das Österreichische eintauchen.

Die Bilder Horvaths sind von einer beeindruckenden Prägnanz, jedes ist für sich ein Kunstwerk. Zum Niederknien ist beispielsweise das Porträt des „Kaufladens zur Buchenen Stub’n“ in Puchenstuben auf der Seite 208. Aber nein, hier eine Auswahl zu treffen, ist unfair. Denn „eine Streuobstwiese in der Morgenstimmung“ auf Seite 8 verführt zu einem Verweilen in der Ewigkeit.

Das Mostviertel in diesem Bildband ist weit gestreckt, es reicht von der Eisenwurzen bis hin nach Melk. Früher wurde unter dem Landstrich „Mostviertel“ bloß das Gebiet rund um Amstetten verstanden, mittlerweile hat sich die Welt offenbar gedehnt.

Aber das ist gut so. Denn Christa Fischer-Korp schreibt im Vorwort: „Das Mostviertel ist eine sehnsuchtsvolle Landschaft. Es weckt die Sehnsucht nach der Kindheit, so geht es mir immer, die Sehnsucht, dass hier das wunderbare Zusammenspiel zwischen Natur und Mensch erhalten bleiben möge, und manchmal die Sehnsucht, im Augenblick verweilen zu dürfen.“

Gut, die Differenzierung zwischen „Natur“ und „Mensch“ ist nicht angebracht, beide sind Teile einer Schöpfung. Die „Natur“ hat Wesen hervorgebracht wie beispielsweise Kakteen, Leguane, Computer und ferngesteuerte Flugzeuge. Und eben uns Menschen.

Die Autorin hat sich in diese Landschaft verliebt, sie hat für diesen Bildband zwei, drei Jahre lang recherchiert. Sie hat dazu auch köstliche Rezepte (probieren Sie einmal den „Mostviertler Braten“) gesammelt. So wurde daraus ein genüssliches Werk.

Für Leib und Seele dringend zu empfehlen!

(Alexander Ritzinger, Rezension in: Oberösterreichische Nachrichten, 3. Juli 2010)


http://www.nachrichten.at/nachrichten/kultur/buchrezensionen/Unser-Paradies-liegt-ganz-nahe;art272,422873

Doris Schleifer-Höderl: Hommage an das Mostviertel

Ein beeindruckender Bildband rückt den südwestlichen Teil Niederösterreichs in den Mittelpunkt

Christa Fischer-Korp (Text) und Manfred Horvath (Fotos) schufen mit dem vorliegenden Bildband eine einzige Liebeserklärung, eine Hommage an das Mostviertel! Alleine schon beim Durchblättern ist man überwältigt. Akribisch mit viel Fingerspitzengefühl ging man hier an die Arbeit heran, um Kunst, Kultur und Küche unserer Region genau unter die Lupe zu nehmen und dem Leser zugänglich bzw. schmackhaft zu machen.

Gegliedert in die Abschnitte "Zwischen Alpen und Donau", "Die Eisenwurzen" und "Rund um den Ötscher" geht es um Schlösser und Klöster, Menschen der Region und gar manche kulinarische Köstlichkeit, die man sogar anhand der im Buch enthaltene Rezepte nachkochen kann. Die Vierkanter, Anton Distelbergers Mostviertler Bauernmuseum, die Burgarena Reinsberg und die Kartause Gaming sind ebenso Themen wie der Theatersommer in Stadt Haag, die Familie Riess und das Emailgeschirr und der Ötscher.

Christa Fischer-Korp bietet eingehende Betrachtungen, interessante Hintergrundinformationen, erzählt Geschichten und porträtiert Menschen. Und Manfred Horvath fing alles dies mit der Kamera ein. Dieses Buch gehört daher eigentlich in jeden Mostviertler Haushalt, stellt es doch ein Standardnachschlagwerk dar. Wer die Region jedoch noch nicht kennt und liebt, wird durch diese Lektüre darauf aufmerksam gemacht, dass das Mostviertel einer der schönsten Flecken dieser Erde ist!

(Doris Schleifer-Höderl, Rezension in: mostviertel magazin Nr. 278, Juli 2010)