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Kurzbeschreibung

Martina Maria Reitberger. Mit einem Beitr. von Verena Leusch und Marianne Mödlinger
[Studien zur Kulturgeschichte von Oberösterreich ; 20]


In den Jahren 1964 und 1973 bis 1976 wurde das Gräberfeld Haid, MG Hörsching, OÖ mit einer Gesamtgräberanzahl von 164 (Körpergräber und Brandbestattungen) unter der Leitung von Dr. Ämilian Kloiber und Manfred Pertlwieser im Zuge von Rettungsgrabungen freigelegt. Beim Gräberfeld handelt es sich, mit wenigen Ausnahmen, um eine frühbronzezeitliche Anlage, mit Schwerpunkt in den älteren Phasen. Die frühesten Gräber wurden noch im ausgehenden Neolithikum angelegt, die Inventare von vier Gräbern belegen eine Laufzeit des Gräberfeldes bis in die beginnende Mittelbronzezeit hinein.

Eine zum Gräberfeld gehörende frühbronzezeitliche Siedlung in dem Bereich ist bis heute nicht bekannt.

Im Zusammenhang mit den neolithischen Fundplätzen Haid (die neolithische Siedlung wird großteils vom frühbronzezeitlichen Gräberfeld geschnitten) und Rutzing wurde in der Literatur manchmal auf das Gräberfeld Haid hingewiesen, einen vorläufigen Bericht gibt es nur von der Grabung 1964. Eine Gesamtbearbeitung und -bewertung des Gräberfeldes im Zuge einer Publikation war zwar geplant, wurde aber nie verwirklicht. Es sollte 40 Jahre dauern, bis das oberösterreichische Desiderat der Frühbronzezeit beseitigt werden konnte.

Die Hauptfragestellung an das Material des Gräberfeldes Haid bestand darin, die Kulturzugehörigkeit des Gebietes des oberösterreichischen Zentralraumes in der Frühbronzezeit zu klären. Auf die Ergebnisse der Bearbeitung der frühbronzezeitlichen Gräber von Holzleiten, Rudelsdorf III und Wagram im Rahmen meiner Diplomarbeit aufbauend, kann die in der Literatur postulierte »Linzer Gruppe« als nicht vorhanden bzw. als überholter Forschungsstand angesehen werden. Auch kann die frühbronzezeitliche Kultur im Gebiet des heutigen oberösterreichischen Zentralraumes nicht nur als ein Produkt der Vermischung von Straubinger, Aunjetitzer oder Unterwölblinger Kulturmerkmalen gesehen werden, wenngleich intensivere Kontakte bzw. Einflüsse in Richtung Westen auf Grund der geografischen Lage festzustellen sind.